© Projekt Kryla

Traumatisierten wieder Flügel verleihen

Das Projekt "Kryla" in der Ukraine

Das Exarchat Donezk der Ukrainischen Griechisch‑Katholischen Kirche (UGKK) steht seit Beginn der großflächigen russischen Invasion im Jahr 2022 unter extremen Kriegsbedingungen. In vielen Regionen ist ein reguläres Pfarrleben aufgrund permanenter Gefahren nahezu unmöglich geworden. Trotz dieser Belastungen reagiert die Kirche weit über ihre seelsorglichen Aufgaben hinaus auf die akuten humanitären und psychosozialen Bedürfnisse der vom Krieg betroffenen Bevölkerung.

Die Geistlichen und Ehrenamtlichen im Exarchat organisieren Hilfslieferungen, bieten Schutzräume für Binnenvertriebene (IDPs), entwickeln Rehabilitationsprogramme für Kinder und Jugendliche und begleiten Menschen, die durch den Krieg schwer traumatisiert wurden. Besonders unterstützt werden auch Soldaten, Kranke und ältere Menschen, die dringend spirituellen und psychosozialen Beistand benötigen. Der anhaltende Krieg hat Millionen Menschen aus ihren Lebensgrundlagen gerissen und sie tiefgreifend psychisch, geistlich und sozial erschüttert. Kinder und Jugendliche leiden in besonderer Weise unter Stress, Verlust und Angst. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht aus; notwendig ist eine langfristige Stärkung von Resilienz, Würde und innerer Stabilität.

Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Kryla (Flügel) – Zentren für soziale und psychologische Unterstützung“ entwickelt. Ziel ist es, umfassende Hilfe für vom Krieg betroffene Einzelpersonen und Familien zu leisten. Seit Mai 2023 wurden bereits sieben solcher Zentren in verschiedenen Pfarreien eingerichtet. Mit einem aktuellen Projektantrag soll das Programm um weitere zwölf Monate verlängert und um sieben zusätzliche Standorte erweitert werden – insbesondere in Zaporízhzhja, wo aufgrund der hohen Zahl an Binnenvertriebenen mehrere Einrichtungen parallel notwendig sind. Weitere neue Zentren sind in Kamyans’ke, Kryvyi Rih und Schachtarsk geplant.

Vier Kinder halten selbst gemalte Bilder in den Händen.

Ihre Kriegserfahrungen, aber auch ihre Träume und Sehnsüchte, können die Kinder in den Unterstützungszentren in selbst gemalten Bildern verarbeiten.

© Projekt Kryla

Jedes Zentrum vereint ein multidisziplinäres Team aus Priestern, Psychologen, Logopäden und Juristen, die eine einfühlsame und professionelle Begleitung anbieten. Die Aktivitäten umfassen psychologische Beratung, Traumabewältigungsprogramme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, spirituelle Begleitung zur Stärkung der inneren Widerstandskraft, praktische Hilfe bei Verzweiflungssituationen, rechtliche Beratung sowie Unterstützung vertriebener Familien bei Wohnraumsuche, Berufsbildung und sozialer Reintegration. Ergänzend werden kreative Workshops und therapeutische Programme für Kinder und Jugendliche angeboten, die helfen, traumatische Erlebnisse zu bearbeiten und neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen im psychischen Wohlbefinden der Teilnehmenden, eine höhere emotionale Stabilität und die erfolgreiche Reintegration zahlreicher Familien. Die Hauptzielgruppe umfasst nach wie vor Binnenvertriebene, Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen, die unter Trauma, Verlust und sozialer Ausgrenzung leiden.