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Clemensschwestern in Kevelaer

Schwester Marlies (links im Bild oben) und Schwester Hildegard sind gerne in der großen Kapelle des „Klostergarten“ in Kevelaer. Von ihren Wohnungen in dem Gebäudekomplex, der ein Pflegeheim ebenso beherbergt wie ein Hotel und Einzelwohnungen, sind es nur wenige Schritte bis zu dem Gebetsraum. Jeden Tag um 6.40 Uhr beten die beiden Clemensschwestern dort gemeinsam das Morgenlob, eigentlich immer zu zweit. Anders als beim Abendgebet, an dem oft auch andere Gläubige teilnehmen.

„Uns ist es wichtig, für unsere Gebete in die Kapelle zu gehen“, sagt Schwester Marlies, „dort werden wir auch die Fürbitten, die uns im kommenden Monat über das Internet erreichen, in unser Gebet einschließen und vor Gott bringen.“ Die beiden Clemensschwestern – neben zweien, die im Marienhospital leben und arbeiten sind sie die einzigen Schwestern ihres Ordens in der Umgebung – beteiligen sich im September an der „Klosterfürbitte“. Bei diesem Angebot der Internetseelsorge des Bistums Münster können Menschen online Fürbitten posten, die von monatlich wechselnden Ordensgemeinschaften gebetet werden.

Schwester Marlies lächelt: „Ich arbeite ständig im Internet, die Fürbitten rufe ich mit meinem Laptop ab und schicke sie, wenn ich mal nicht in Kevelaer bin, an das Handy von Schwester Hildegard.“ Sie möchten, dass die Menschen sich ihnen anvertrauen, getragen fühlen in dem Wissen, dass jemand für sie und mit ihnen betet. „In die Gebete fließen Trauer und Angst, aber auch Freude und Dankbarkeit mit ein“, weiß Schwester Hildegard. Vielen falle es inzwischen schwer, zu beten. „Es geht darum, das in Worte fassen zu dürfen, was einen bewegt“, erklärt sie.

Wie viele andere Gemeinschaften haben auch die Clemensschwestern, deren Orden 1808 in Münster gegründet wurde, Nachwuchssorgen. „Aktuell sind wir noch rund 150 Schwestern, es waren mal rund 2400“, sagt Schwester Marlies. Sie hatte sich damals, ebenso wie Schwester Hildegard, insbesondere deshalb für den Orden entschieden, weil die Barmherzigkeit und die Pflege kranker Menschen im Zentrum des Wirkens stehen. So war Schwester Marlies viele Jahre als Krankenhausseelsorgerin am St.-Clemens-Hospital in Geldern tätig. „Nun bin ich mit 75 Jahren im ‘Rentenalter’ und im Klostergarten Kevelaer, einem barrierefreien Wohnquartier für alle Generationen, ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen im Einsatz”, erzählt sie. Im Klostergarten erfüllt auch Schwester Hildegard ihren Dienst. Dort kümmert sie sich nicht nur als Küsterin um dem Betrieb der Kapelle, sondern leitet auch Wort-Gottes-Feiern, teils mit Austeilung der Kommunion. „Das sind gerade für viele Menschen, die hier im Klostergarten wohnen, wichtige Angebote“, erklärt sie.

Wer ein Anliegen hat, das die Clemensschwestern mit in ihr Gebet nehmen sollen, kann es online eintragen: Klosterfürbitte - Digitales Fürbittbuch für Ihr Anliegen