
„Bei einigen Menschen ist die Not sehr groß und es ist ein Trost für sie, wenn sie wissen, dass wir mit ihnen im Gebet verbunden sind“, sagt Schwester Michaela.
© Bischöfliche Pressestelle/Christian BreuerSchwester Michaela geht zur hinteren Bankreihe der Kapelle und greift nach einem Heft. „Hier können die Besucherinnen und Besucher der Kapelle ihre Fürbitten, Wünsche und Sorgen eintragen“, erklärt sie. Diese werden von den Schwestern ins Gebet eingeschlossen. Meistens, sagt sie, werde gerade in der Krankenhauskapelle um Genesung oder Gesundheit gebeten, einige Menschen drücken in dem Heft aber auch ihre Dankbarkeit aus. „Es ist gut, dass die Menschen uns das anvertrauen und wissen, dass wir ihre Bitten vor Gott bringen“, erklärt Schwester Michaela.
Im April werden Fürbitten von Menschen dazukommen, die nicht die Krankenhauskapelle besucht haben. Dann übernehmen die Katharinenschwestern die sogenannte Klosterfürbitte – das sind Gebetsanliegen, die in das digitale Fürbittbuch des Bistums Münster eingetragen und monatlich wechselnd von den Ordensgemeinschaften im Bistum Münster ins Gebet eingeschlossen werden. „Bei einigen Menschen ist die Not sehr groß und es ist ein Trost für sie, wenn sie wissen, dass wir mit ihnen im Gebet verbunden sind“, sagt Schwester Michaela, während sie das Fürbittenheft wieder zurück an seinen Platz legt.
Sie selbst ist glücklich, in Xanten leben zu dürfen – 1969 ist sie an den Niederrhein gekommen und gehörte viele Jahre als Betriebswirtschafterin zur Leitung des Krankenhauses. Ihr Orden, der 1583 durch die Selige Regina Protmann gegründet wurde, widmet sich insbesondere der Kranken- und Altenpflege sowie der Seelsorge in Kindergärten, aber auch Arbeiten in der Verwaltung und in der Hauswirtschaft gehören zu den Aufgabengebieten der Ordensfrauen. Schwester Michaela hatte die Gemeinschaft 1952 beim Katholikentag kennengelernt – „da habe ich gespürt, dass es das ist, was ich mir wünsche“, blickt sie zurück. Wie viele andere Orden haben auch die Katharinenschwestern damit zu kämpfen, dass nur noch wenige junge Frauen den Weg zu ihnen finden. Doch Schwester Michaela lächelt: „Wir dürfen darüber nicht in Traurigkeit verfallen, sondern dürfen am Ende auf Gott vertrauen.“
