Projekt "Ansehen geben"

Geschichte(n) queerer Menschen im Bistum Münster

Das Bistum Münster möchte queeren Menschen, die in der Vergangenheit in der katholischen Kirche vielfältige Verletzungen erfahren haben, die Möglichkeit geben, ihre Geschichten zu erzählen. Im Rahmen eines einjährigen Projektes sollen queere Menschen das Unrecht, das ihnen angetan wurde, offen und angstfrei aussprechen können.

Queere Menschen haben – auch in der katholischen Kirche im Bistum Münster – viele Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung gemacht. Auch im Bistum Münster durften Mitarbeitende, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans*, inter, queer und non-binär identifizierten, mit ihrer geschlechtlichen Identität und/oder sexuellen Orientierung nicht offen umgehen. Es drohten arbeitsrechtliche Konsequenzen. Es gibt Beispiele, dass sie von Leitungspersonen aufgefordert wurden, ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre geschlechtliche Identität geheim zu halten, wenn sie weiter im kirchlichen Dienst bleiben wollten.

Der inzwischen emeritierte Bischof von Münster, Felix Genn, hat die Schuld, die die katholische Kirche im Blick auf diese Menschen auf sich geladen hat, mehrfach anerkannt. So betonte er etwa 2021, dass homosexuelle Menschen über Jahrzehnte durch die Kirche verletzt worden seien. „Das darf heute und in Zukunft nicht mehr so sein“, sagte er. Zugleich bedauerte er, dass eine Entschuldigung der Kirche, wie sie deutschsprachige Gruppe bei der Familiensynode 2014/2015 in Rom vorgeschlagen hatte, nicht ins Abschlussdokument der Synode aufgenommen wurde. 

An diese „Verletzungsgeschichte“ möchte das Projekt “Ansehen geben” Projekt anknüpfen. Menschen, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans*, inter, queer und non-binär identifizieren, sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Geschichten zu erzählen. Das Unrecht, das ihnen in der Vergangenheit angetan wurde, soll offen und angstfrei ausgesprochen werden können. Das Bistum Münster möchte so deutlich machen, dass es sich seiner Verantwortung stellt und heute eine Kirche ist, in der Diversität offen gelebt werden kann und in der diese Menschen ein selbstverständlicher Bestandteil sind. 

Wenn Sie selbst betroffen sind und sich mitteilen möchten, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme mit Friederike Müller. Sie wird Ihr Anliegen vertrauensvoll entgegennehmen und mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen, wie Sie zum Projekt beitragen können.
 

Ansprechperson

Friederike Müller

Friederike Müller

Projektreferentin "Ansehen geben"Zielgruppenorientierte Pastoral - Queerpastoral

0251 495-6359 | 0160 97006131

mueller-f[at]bistum-muenster.de