310 Paare nahmen am Tag der Ehejubiläen teil
Eines verband die 310 Paare, die aus dem Bistum Münster am Samstag, 3. September, in den St.-Paulus-Dom gekommen waren. Sie begehen in diesem Jahr ein Ehejubiläum und blicken auf eine lange gemeinsame Zeit zurück.
Da reichte die Spanne von 20 Jahren (Porzellanhochzeit) bis zu 65 Jahren (Eiserne Hochzeit). Für viele Paare ein Anlass, gemeinsam Danke zu sagen. So wie für Peter und Ingrid Barking. Sie sind aus Bocholt in den St.-Paulus-Dom gekommen und seit 25 Jahre verheiratet. "Es ist beeindruckend, mit so vielen Paaren zusammen den Gottesdienst zu feiern", sagte Ingrid Barking. Ursula und Lorenz Möbs aus Lengerich freuten sich ebenso über das Angebot der Hauptabteilung Seelsorge, die zwei Mal jährlich zum "Tag der Ehejubiläen" einlädt. "Dieser Tag ist nur für uns", betonte Lorenz Möbs. Das Paar stimmte sich in Münster auf seine Goldene Hochzeit ein, die in zwei Wochen gefeiert wird. Ihr Rezept für eine gute Ehe? "Vertrauen", sagen beide gleichzeitig. Auch für Annette Post und Richard Müller, die bald ihre Silberhochzeit in Westerkappeln feiern, war das Angebot eine Möglichkeit, gemeinsam abseits des Alltags inne zu halten.
Bischof Dr. Felix Genn gratulierte den Paaren und freute sich, dass sie ihr Jubiläum mit der Kirche von Münster feiern. In seiner Predigt wünschte er ihnen, dass sie sagen könnten: Es war ein Geschenk, dass sie sich geschenkt worden seien. "Gerade den Anderen als ein Geschenk und eine Gabe betrachten zu können, ist der tiefste Sinn, ein Jubiläum zu feiern", sagte Genn. Der christliche Glaube öffne Wege, dass es nicht die Leistung sei, mit der man sich gegenseitig messen und beurteilen solle. "Sondern, dass wir uns geschenkt sind. Weil zwei sich geschenkt haben, bin ich mir zum Geschenk geworden", richtete der Bischof das Wort an die Paare.
Besonders in einer leistungsorientierten Gesellschaft sei die Botschaft des Glaubens befreiend. "Ich bin ein Geschenk und beschenkt. Das kann ich nur aus der Dimension des Glaubens annehmen. Ich bin im Blick Gottes, ich bin geliebt", betonte Genn. Sicherlich habe es schwere Stunden trotz aller Liebe zueinander gegeben. "Das Anderssein des Anderen kann nicht nur Geschenk, sondern auch Last werden. Aber die Last kann sich wieder zum Geschenk entwickeln." Jede Krise bedeute eine Lehrzeit, die erlaube, die Intensität des miteinander geteilten Lebens zu vertiefen. Dabei helfe in besonderer Weise eine Dimension des Glaubens, die das Zentrum des Christseins ausmache. "Dass wir durch Jesus die Kraft haben, zu vergeben, treu zu bleiben und aufeinander zuzugehen. Wir feiern miteinander die Eucharistie, in der deutlich wird, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus unendlich treu bleibt, durch alle Krisen menschlichen Daseins hindurch bis zum Tod."
Als eine besondere Gabe für den weiteren Lebensweg und Zusage, dass "er der Herr Ihres Lebens ist und Sie mit ihm am richtigen Platz sind", segnete am Ende der heiligen Messe der Bischof gemeinsam mit Pater Manfred Kollig, Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp und Dr. Andreas Kuhlmann die Paare. Musikalisch wurde das Pontifikalamt gestaltet vom Domorganisten Thomas Schmitz sowie dem Mädchenchor St. Marien aus Marienfeld unter Leitung des Kantors Andreas Müller.
Nach einem Mittagsimbiss hatten die Paare, die es übrigens gemeinsam auf 11.990 Ehejahre brachten, noch die Möglichkeit, verschiedene Angebote zu besuchen. Sie konnten an einer Domführung teilnehmen, an einem Konzert der Folkgruppe "Cara Baya", das unter dem Thema "So ein Kuss kommt von allein" stand, oder sich beim Kabarett "Alles Ehe oder was?" des Männerduos "Duodorant" amüsieren.
Bildunterschrift: Im Anschluss an den Gottesdienst segneten Bischof Dr. Felix Genn sowie weitere Geistliche die Jubiläumspaare einzeln.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 03.09.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Michaela Kiepe
