Aktion "Nikolaus im Fahrerhaus" am zweiten Adventssonntag

, Bistum Münster

„Es ist ein Hundeleben auf der Straße," sagen LKW-Fahrerinnen und -Fahrer, die wochenlang auf den Autobahnen unterwegs sind. „Jeder, der am Wochenende über die Autobahn fährt, sieht sie und ihre LKWs auf den Parkplätzen“, sagt Sigrid Audick, stellvertretende Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Münster, „doch wirklich wahrgenommen werden sie kaum.“ Die Aktion „Nikolaus im Fahrerhaus 2025“ soll das ändern. 

Ehrenamtliche der KAB verschenken am zweiten Adventssonntag auf Autobahn-Rastplätzen Nikolaustüten und Dankes-Karten an LKW-Fahrer und -Fahrerinnen.

© KAB/Heike Honauer

Am 7. Dezember 2025, dem zweiten Adventssonntag, macht die KAB im Bistum Münster auf diese oft unbeachtete Berufsgruppe aufmerksam. Fast 40 Gruppen des katholischen Sozialverbandes verteilen dann zwischen 11 und 14 Uhr Geschenktüten an die Fahrerinnen und Fahrer, die den zweiten Advent auf Rastplätzen an Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verbringen müssen. Die KAB hat prominente Unterstützung: Yvonne Willicks, TV-Moderatorin, ist Schirmherrin und verteilt mit einer Gruppe am Niederrhein die roten Tüten. Sozialpfarrer Peter Kossen ist mit einer Gruppe aus Lengerich dabei. In Osnabrück unterstützt Weihbischof Johannes Wübbe die Aktion vor Ort.

Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen

Doch mit Schoko-Nikolaus, Plätzchen und der Dankes-Karte in fünf Sprachen allein ändert sich für die Fahrerinnen und Fahrer noch nicht viel, weiß Sigrid Audick. „Wir wollen ihnen an diesem Tag eine Freude machen“, sagt sie. Genauso wichtig sei es, öffentlich auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Fahrerinnen und Fahrer seien wochenlang im LKW unterwegs, ohne Zugang zur ärztlichen Versorgung und ohne menschenwürdige Unterkünfte auf den Parkplätzen. 

Dabei gäbe es bereits heute Lösungen, Erleichterungen. „Mehr Kontrollen, die die bestehenden Gesetze zugunsten der Fahrerinnen und Fahrer durchsetzen, kostenfreie Sanitär- und Sozialräume auf den Rastplätzen und kostenloser Zugang zu Trinkwasser“, schlägt Wolfgang Kollek, Vorsitzender der KAB Münster vor. Finanziert könnte das über eine Art „Sozialmaut“ werden, ergänzt er. Vor allem: Wer auf deutschen Autobahnen fährt, müsse auch die hier üblichen Arbeits- und Entlohnungsbedingungen erhalten. Auch dafür gehen Aktive der KAB mit der Aktion “Nikolaus im Fahrerhaus” am zweiten Adventssonntag auf die Straßen und Rastplätze. 

Text: KAB Münster