Mehrere Jahre lang war den Besuchern des Gotteshauses der Blick auf den Antonius-Altar, der links neben dem Hauptaltar steht, verwehrt geblieben. Das Kunstwerk, dessen Schnitzarbeiten um 1505 von Dries Holthuys, Henrik van Holt und Jacob Dericks gefertigt wurden, hatte in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten. Insbesondere die leuchtenden Farben – von Experten „Fassung“ genannt – musste dringend konservatorisch behandelt werden, um nicht für immer verloren zu gehen.
Kunstpfleger Martin Kaspar von der Abteilung Kunst und Kultur im Bischöflichen Generalvikariat, erklärt: „Staub, Ruß und organische Partikel setzen sich über die Jahre auf den Kunstwerken ab und begünstigen Schimmelbildung. Deshalb müssen gerade die Schnitzarbeiten regelmäßig fachmännisch gereinigt werden, um Schäden vorzubeugen. Der Antonius-Altar war allerdings so schwer beschädigt, dass eine umfassende Restaurierung und damit der Ausbau der Schnitzwerke notwendig war.“ Im gleichen Zug wurden auch die Gemäldetafeln, die auf den Altarflügeln links und rechts angebracht sind, gereinigt. Sie wurden um 1510 von Derick und Jan Baegert gemalt.
Propst Stefan Notz freut sich, dass der bedeutende Altar nun wieder in voller Pracht zu sehen ist. „Besucherinnen und Besucher des Doms, aber auch die Gästeführerinnen und Gästeführer haben ihn vermisst und auf seine Rückkehr gewartet“, weiß der Hausherr. Der Heilige Antonius sei, wie die Heiligen überhaupt, im Mittelalter besonders verehrt worden. Für ihn sei der Altar daher besonders wertvoll, erklärt Notz: „Er erinnert an die mittelalterliche Praxis, dass Bruderschaften oder Gilden eigene Messpriester bestellten, die am ,eigenen‘ Altar den Gottesdienst feierten.“
Ermöglicht wurde die umfangreiche Restaurierung durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Förderprogramme. Die Verantwortlichen bedanken sich dafür bei der Geschwister-Fritz-Stiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung sowie der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).
Christian Breuer

