Bereits 2024 hatte das Bistum Münster die Pläne für die umfangreiche Sanierung vorgestellt. Inzwischen ist das Projekt einen großen Schritt weiter: Die Bauarbeiten laufen und die Verantwortlichen blicken optimistisch auf die nächsten Etappen. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2028/29 vorgesehen.
„Aula und Turnhalle waren in die Jahre gekommen“, sagt Marlies Baar. Besonders die technische Ausstattung, der Brandschutz und die fehlende Barrierefreiheit hätten dringenden Handlungsbedarf gezeigt. Die alte Sporthalle war nur über Treppen erreichbar. Auch energetisch entsprach der Gebäudekomplex längst nicht mehr heutigen Anforderungen.
2017 hatte das münsterische Büro „Architekten BDA“ den damaligen Wettbewerb gewonnen. Steigende Baukosten, die Folgen von Corona und des Ukraine-Kriegs sowie die grundsätzliche Frage nach nachhaltigem Bauen veränderten die Rahmenbedingungen – und verzögerten den Start. „Aber jetzt sind wir endlich mittendrin“, freut sich die Schulleiterin.
Die Aula bleibt erhalten, der neue Gebäudekomplex mit Sporthalle und Unterrichtsräumen entsteht hinter dem historischen Bestand. Dadurch entstehen neue Sichtachsen, ein geschützter Innenhof und eine offene Verbindung zwischen Alt- und Neubau. Besonders freut die Beteiligten, dass historische Elemente wieder sichtbar werden. So werden frühere Fassaden rekonstruiert, die jahrzehntelang zugemauert waren. Aus Sicht von Peter Deitermann von der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats setzt das Bistum als Schulträger damit bewusst ein Zeichen für Baukultur und nachhaltigen Umgang mit Bestand. Gleichzeitig investiere es gezielt in die Zukunft seiner Schulen.
Rund 19,5 Millionen Euro sind aktuell für das Projekt veranschlagt. Trotz der allgemeinen Preissteigerungen liege man derzeit noch im Kostenrahmen, berichten die Verantwortlichen. Ein wichtiger Teil der technischen Gewerke sei bereits vergeben.
Für die Schule bedeutet die Baustelle allerdings auch Improvisation. Der Sportunterricht findet derzeit unter anderem in Kooperation mit der Friedensschule und in einer weiteren Halle an der Scharnhorststraße statt. Musik- und Theaterunterricht wurden in andere Räume verlegt, teilweise hilft auch die benachbarte Antoniuskirche aus. „Alle ziehen mit“, betont der stellvertretende Schulleiter Christian Reick. Kollegium und Schülerschaft zeigen große Flexibilität und viel Geduld.
Die Vorfreude auf die neue Aula ist groß – gerade für Musik, Theater und Veranstaltungen. Die markante Raumwirkung und die große Bühne bleiben erhalten. Gleichzeitig wird die technische Ausstattung vollständig modernisiert: Neue Licht- und Bühnentechnik, digitale Steuerungssysteme und moderne LED-Technik eröffnen zeitgemäße Möglichkeiten für Konzerte, Theateraufführungen und schulische Veranstaltungen.
Schon heute begleitet die Schulgemeinschaft das Projekt aufmerksam. Ein Kunstkurs dokumentiert den Baufortschritt im Foyer der Schule mit einem Modell und aktuellen Fotos. So können alle Schülerinnen sehen, wie sich ihre neue Aula Stück für Stück entwickelt.
Ann-Christin Ladermann







