BDKJ-Diskussionsabend: Soziales Jahr als Recht, nicht Pflicht!

Wer wählt freiwillig Pflicht? Dazu haben sich 40 Personen am Dienstag, den 8. April, im Rahmen der Jugendinitiative „Generation jetzt!“ digital ausgetauscht. Intensiv diskutierten sie über die aktuelle politische Forderung nach der Einführung eines Pflichtjahres und der Vision eines Rechtsanspruchs auf einen Freiwilligendienst. 

Die BDKJ-Diözesanvorsitzende Chiara Beyer und der Geschäftsführer der FSD im Bistum Münster Philipp Soggeberg sprechen sich gegen einen sozialen Pflichtdienst und für eine Stärkung der Freiwilligendienste aus.

© FSD/Michael Bönte

Nach zwei fachlichen Impulsen durch den Verfassungsrechtler und Autor Prof. Dr. Bernhard Schlink („Der Vorleser”) sowie Philipp Soggeberg (FSD Bistum Münster gGmbH) zu den möglichen Ausgestaltungen eines freiwilligen gegenüber einem verpflichtenden sozialen Dienst diskutierten die beiden gemeinsam mit den weiteren Podiumsteilnehmer*innen: Gregor Podschun (BDKJ-Bundesvorsitzender), Antonia Schwarz (FSJlerin beim BDKJ Speyer) sowie Sigrid Ophoff (Lebenshilfe Aachen FeD GmbH).

„Eine soziale Dienstpflicht ist aktuell nicht denkbar und auch nicht umsetzbar. Im Gegenteil: In einer Demokratie sind wir alle zur Freiwilligkeit verpflichtet. Es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass Menschen, die sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft engagieren wollen, auch die Möglichkeiten dazu erhalten“, erklärte Philipp Soggeberg.

Einig waren sich die Teilnehmenden in der Notwendigkeit, einen Aufwuchs des sozialen Engagements für den demokratischen Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Die BDKJ-Diözesanvorsitzende Chiara Beyer, die die Veranstaltung moderierte, teilt diesen Eindruck: „Junge Menschen wollen sich engagieren, daher sollten gute Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Stärkung der Freiwilligendienste.“

Insofern bekräftigt der BDKJ sein Bekenntnis zum überverbandlichen Visionspapier “Freiwilligendienste 2030” auf Grundlage des Beschlusses der BDKJ-Hauptversammlung 2024. Statt einer Dienstpflicht braucht es einen Rechtsanspruch auf Förderung eines Freiwilligendienstes, ein staatlich finanziertes Freiwilligengeld auf BAföG-Niveau sowie eine einladende Informations- und Beratungskampagne des Bundes an alle Schulabgänger*innen zu den Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements.

BDKJ-Diözesanverband Münster


Als Dachverband der katholischen Jugendverbände im Bistum Münster unterstützt der BDKJ Diözese Münster e.V. die Arbeit seiner zehn Mitgliedsverbände. Seine wichtigste Aufgabe besteht in der Interessenvertretung gegenüber Politik, Kirche und Gesellschaft – er versteht sich als Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen. Der BDKJ übernimmt Aufgaben, die seine Mitgliedsverbände ihm übertragen, wie zum Beispiel die Ausbildung von Gruppenleiter*innen und den Einsatz für jugendpolitische Ziele. Bei Versammlungen und Treffen des BDKJ können die Verbände Erfahrungen austauschen und ihre Zusammenarbeit verstärken. Der BDKJ kümmert sich zudem um die Absicherung der finanziellen Förderung und unterstützt diese als Dachorganisation in vielen Belangen. Laut seiner Bundesordnung will der BDKJ Mädchen und Jungen zu kritischem Urteil und eigenständigem Handeln aus christlicher Verantwortung befähigen und anregen. Dazu gehört der Einsatz für eine gerechte und solidarische Welt.
Der BDKJ Diözese Münster e. V. zählt über 80.000 Kinder und Jugendliche in seinen zehn Mitgliedsverbänden: Bund der St. Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ), Christliche Arbeiterjugend (CAJ), Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), DJK Sportjugend, Katholische junge Gemeinde (KjG), Katholische Landjugendbewegung (KLJB), Kolpingjugend, Malteser Jugend, Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), Schönstattbewegung Mädchen/Junge Frauen.