
Im Xantener Dom hat Weihbischof Rolf Lohmann das Ende des Heiligen Jahres gefeiert.
© Bistum MünsterMit zahlreichen Veranstaltungen ist das Heilige Jahr in Deutschland begleitet worden. Viele Gläubige haben sich auch an den Jubiläumsfeierlichkeiten in Rom beteiligt. Allein 15 Diözesanwallfahrten waren eigens nach Rom organisiert worden. Dort haben nach Angaben des Vatikans mehr als 32 Millionen Menschen das Heilige Jahr als Pilger begangen, das unter dem Leitwort Pilger der Hoffnung stand. „In Rom ist mir bewusst geworden, wie bereichernd es ist, ‚Weltkirche‘ zu erleben. Gerade den jungen Menschen, die im Heiligen Jahr Rom besucht haben und durch die Heiligen Pforten geschritten sind, hat es gut getan, sich als Gemeinschaft zu erleben und zu erfahren, dass der Glaube trägt und Hoffnung verbreitet in einer komplizierten und mitunter problembeladenen Welt“, sagte Weihbischof Lohmann. Er fügte hinzu: „Das Heilige Jahr ist beendet. Beendet ist aber nicht unser Auftrag, als ‚Pilger der Hoffnung‘ unseren Weg weiterzugehen, Tore der Gottes- und Nächstenliebe weit aufzumachen und dafür zu sorgen, dass Glaube, Hoffnung und Liebe Säulen sind, die tragen.“ Ausdrücklich forderte der Weihbischof dazu auf, Position zu beziehen: „Stellen wir uns bewusst vor alle Menschen, die Hass, Anfeindung und Ausgrenzung erfahren, geben wir ihnen Sicherheit und Gastfreundschaft, lassen wir sie teilhaben an der Hoffnung, die Christus selber ist.“
Im Gottesdienst schaute Weihbischof Lohmann auch nach vorne, denn Papst Leo XIV. hatte vor wenigen Wochen ein weiteres Heiliges Jahr angekündigt: „Machen wir uns auf zum nächsten Außerordentlichen Heiligen Jahr 2033, wo wir 2000 Jahre Jesu Tod und Auferstehung festlich begehen, und das nicht nur in Rom, sondern auf Wunsch des Papstes auch in Jerusalem. Unsere Pilgerschaft zu diesem weiteren Jubiläum hin soll geprägt sein von der Vertiefung des Glaubens, von der Haltung des Evangeliums und von einer Zeugenschaft, die Menschen anzieht und mitnimmt und ihnen Halt und Orientierung gibt“, so Weihbischof Lohmann.
Mit dem Abschlussgottesdienst des Heiligen Jahres in Xanten veröffentlichte Weihbischof Lohmann gleichzeitig einen Brief an die Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung. Das Dokument versteht sich als Reflexion zum Heiligen Jahr und entwickelt eine Perspektive für den weiteren Weg der Kirche. Es gehe darum, die Fragen der Menschen ernst zu nehmen: „Wir wollen hören, was gedacht wird und welche Vorstellungen Menschen vom Christ- und Kirchesein heute haben. Wir müssen bereit sein, glaubwürdig Konsequenzen aus den Erfahrungen des Missbrauchs in unserer Kirche zu ziehen und mit Vertrauen die synodalen Prozesse in unserem Land und auf Weltebene weitergehen. Mit Gemeinschaft und Teilhabe in der Sendung möchten wir als Kirche Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit zurückgewinnen und für den Dialog auf allen Ebenen verlässlicher Partner sein. Das ist bei allen Um- und Aufbrüchen wichtig“, schreibt Weihbischof Lohmann. Er ist fest überzeugt: „Das Heilige Jahr wirkt länger, als es gedauert hat.“
