Bischof Dr. Felix Genn besuchte das St.-Pius-Gymnasium in Coesfeld
Ein strammes Programm absolvierte Bischof Dr. Felix Genn bei seinem Besuch im St.-Pius-Gymnasium in Coesfeld.
Drei Stunden nahm er sich Zeit, um mit Eltern- und Schülervertretern sowie Lehrerinnen und Lehrern zu sprechen und die Besonderheiten der Schule in bischöflicher Trägerschaft kennen zu lernen. Begleitet wurde er von Dr. William Middendorf, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat.
In den Gesprächen betonte der Bischof immer wieder die Bedeutung katholischer Schulen. "Sie sind ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche unmittelbar Kirche begegnen. Das ist mir ein Anliegen. Deshalb wollen wir weiter daran festhalten", sagte er. Mehr als 40 Schulen befinden sich im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster in kirchlicher Trägerschaft. Bei seinen Begegnungen am St.-Pius-Gymnasium dankte der Bischof den Beteiligten für ihre Arbeit und sprach gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern seine Wertschätzung aus.
Bei einem kurzen Rundgang berichtete Schulleiter Dr. Norbert Just von den in den vergangenen Jahren erfolgten Baumaßnahmen. Neu entstanden ist unter anderem das Lern- und Informationszentrum, in dem die 700 Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Medien beispielsweise während der "Sternstunden" nutzen können. Dieses innovative Konzept der individuellen Förderung, das vor drei Jahren an der Schule eingeführt wurde, stellten Vertreter der Schulentwicklungsgruppe dem Bischof vor. "Wir starten mit den ‚Sternstunden‘ in den fünften Klassen mit zwei Doppelstunden wöchentlich, um unseren Schülern den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern", erklärte Günter Hoffmann das Konzept.
In diesen Stunden seien die Türen der Klassenräume geöffnet, es gebe unterschiedliche Lernorte, Elemente des freien Arbeitens würden aufgegriffen. Die Schüler würden gefördert und gefordert, sie nähmen an Projekten teil, bereiteten eigenständig Referate vor oder lernten im Unterrichtsfach "Verantwortung", wie wichtig es sei, für sich, den Partner, die Gesellschaft und die Welt Verantwortung zu übernehmen. Bislang gebe es die "Sternstunden" in den Jahrgängen fünf und sechs. "Für die siebten Klassen werden wir sie nächstes Jahr einführen, und für die Achter und Neuner sind sie auch geplant", informierte Hoffmann. Und Just ergänzte: "Wir wollen die Kinder als Individuen wahrnehmen und sie entsprechend fördern. Dahinter steht für uns als katholische Schule auch, dass wir in jedem Menschen Gott begegnen."
In der Schulpastoral, die sich mit unterschiedlichen Angeboten an die Schüler wendet, engagieren sich Lehrer Marc Dörrich und Kaplan Jonas Hagedorn. "Wir sind sehr dankbar, dass wir mit zwei Schulseelsorgern diesen Bereich bedienen können", richtete Dörrich das Wort an den Bischof, der die Schulseelsorge als große Chance sieht, den Schülern den Glauben näher zu bringen und sie aufzufangen.
Was eine katholische Schule aus Sicht der Eltern ausmache, erläuterte Christian Grütters, Vorsitzender der Schulpflegschaft. "Wir haben uns intensiv mit den sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag katholischer Schulen der deutschen Bischofskonferenz beschäftigt. Vieles haben wir in unserer Schule wiedergefunden, an manchem müssen wir noch arbeiten", erklärte er und lobte die gute Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern, Eltern und Verwaltung am St.-Pius-Gymnasium.
Auch die Schülervertreter berichteten in ihrem Gespräch mit Genn, wie sie ihre Schule als katholische Schule wahrnehmen. "Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre und ein starkes Gemeinschaftsgefühl", sagte Schülersprecher Jona Lanksch. "Es wird Wissen vermittelt, aber der Mensch wird dabei nicht vergessen", ergänzte Benedict Bölling.
Nach drei Stunden aufmerksamen Zuhörens und interessierten Nachfragens verabschiedete sich der Bischof vom St.-Pius-Gymnasium und bedankte sich für die vielen Einblicke, die er in den Schulalltag und das pädagogische Konzept erhalten habe.
Bildunterschrift: Im Lern- und Informationszentrum kamen Dr. Norbert Just, Bischof Dr. Felix Genn und Dr. William Middendorf (von links) ins Gespräch mit zwei Schülerinnen.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 13.02.17
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Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle
