

Der Gottesdienst im Neumünster Würzburg steht unter dem Titel „Hab Mut, den Glauben zu bekennen! Christ:innen stehen auf und setzen sich ein“. Damit lehnt er sich an das Katholikentagsleitwort „Hab Mut, steh auf!“ an.
Weihbischof Hegge möchte den Mut zu gesellschaftlichem Engagement, der aus christlichem Glauben erwachsen kann, in der Messe konkret erfahrbar werden lassen. „Der Gottesdienst wird gestaltet durch Mitglieder neuer Geistlicher Gemeinschaften, in denen Menschen eine tiefe Erneuerung ihres Glaubens erfahren haben aufgrund einer Geistesgabe oder charismatischen Inspiration eines Gründers oder einer Gründerin“, erklärt er. Deshalb würden vier Zeugnisse von Mitgliedern verschiedener Gemeinschaften über die Begegnung mit Jesus Christus und deren Auswirkung auf ihren Alltag zu hören sein. „Von diesem Gottesdienst kann daher die Ermutigung ausgehen, dass der auferstandene Christus auch heute – wie bei den Emmaus-Jüngern – an unserer Seite ist und unser Herz ,zum Brennen‘ bringt“, ist Hegge überzeugt. Auf dieser Grundlage könnten Christen ihr Leben und Miteinander „im Licht der Botschaft Jesu deuten und zu einer Erzählgemeinschaft der kleinen und großen Wunder werden, die auch heute geschehen, wenn wir uns vom Geist Jesu Christi leiten lassen.“
Aus Hegges Sicht hängen Glaube und gesellschaftliches Engagement zusammen. „Unser christlicher Glaube besteht nicht in reiner Innerlichkeit“, betont er. Viele Christen hätten eine „religiöse Sprachlosigkeit“, indem sie sich scheuten, über den katholischen Glauben zu sprechen und sich dazu zu bekennen. Persönliche Lebenserfahrungen würden so nicht mehr aus dem Glauben gedeutet und als lebendiges Glaubenszeugnis weitergegeben. In der Folge wandere „der christliche Glaube ins Private ab und verliert damit seine kommunikative Kraft.“ Dem stellt Hegge den Auftrag an alle Christen gegenüber, „in der Kraft des Heiligen Geistes und geprägt von den Werten der Botschaft Jesu diese Gesellschaft mitzugestalten durch konkreten Einsatz für Dialog statt Ausgrenzung, durch konkrete Initiativen der Versöhnung und des sozialen Friedens, durch gerechtes Handeln und gelebte Nächstenliebe, die vor allem die ärmeren, kranken und schwachen Menschen in den Blick nimmt.“
Auch über den von ihm geleiteten Gottesdienst hinaus blickt Weihbischof Hegge gespannt auf den Katholikentag mit seinen rund 900 Angeboten. Dabei geht es ihm vor allem um Kontakt und Austausch: „Ich freue mich besonders auf zahlreiche Begegnungen mit Christinnen und Christen, weil wir uns gegenseitig im Glauben ermutigen. Katholikentage sind für mich Ausdruck der Freude am Glauben und an der Gemeinschaft im Glauben. Besonders freue ich mich auch auf die Begegnungen am Stand unseres Bistums Münster im Zelt der norddeutschen Bistümer, auf Momente der Stille im Geistlichen Zentrum und den Besuch des Standes des Bischöflichen Cusanus-Werks, für das ich als Weihbischof zuständig bin.“
Katholikentage sind Großereignisse mit über 175-jähriger Tradition. Sie finden alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt. Für fünf Tage kommen viele Katholikinnen und Katholiken sowie andere Interessierte aus aller Welt zusammen, um gemeinsam zu beten, zu diskutieren und zu feiern. Gottesdienste, große und kleine Podien, Werkstätten, Konzerte, Ausstellungen, Theater und vieles mehr erwarten die Besucherinnen und Besucher. Informationen zum Katholikentag in Würzburg gibt es im Internet unter www.katholikentag.de.
Anke Lucht
