„Die Stelen am Kreuzweg würden Richard Schulte Staade gefallen“

, Kreisdekanat Kleve

Die rostbraunen Stelen passen sich in die Umgebung des großen Kreuzweges ein, als hätten sie dort schon immer gestanden. Präsent zwar, aber doch unaufdringlich und zurückhaltend stehen sie seit wenigen Tagen an jeder Station, die vom Leiden Jesu erzählt. Jede Stele trägt eine Info-Tafel mit einer kurzen Erklärung und einem leicht verständlichen Impuls – wer tiefer in die Betrachtung einsteigen möchte, bekommt längere Texte per QR-Code auf sein Handy.

Hubert Lemken (links) und Bastian Rütten laden dazu ein, die neuen Stelen entlang des Kevelaerer Kreuzweges zu entdecken.

© Bistum Münster

Hubert Lemken von der Richard Schulte Staade-Stiftung nickt zufrieden: „Vor rund 1,5 Jahren kam die Idee erstmals auf, Informationen zu den 1874 aufgestellten Kreuzwegstationen anzubieten. Wir haben das im Stiftungsvorstand beraten und uns dann entschieden, das Projekt umzusetzen und zu finanzieren.“ Es sei allen Beteiligten, insbesondere aber dem Einsatz des Metallbauers Markus Rogmann und der Grafikdesignerin Eva Kassing zu verdanken, dass die Stelen passend zur Fasten- und Bußzeit vor Ostern aufgestellt werden konnten. „Alle haben sehr gut miteinander daran gearbeitet, dieses Projekt schnell und professionell umzusetzen“, freut sich Lemken.

Für die Texte verantwortlich zeichnet Dr. Bastian Rütten von der Wallfahrtsleitung. „Zunächst mal muss man sagen, dass viele Menschen, die den Park nutzen, um eine Runde spazieren zu gehen, gar nicht wissen, was ein Kreuzweg ist und was genau dargestellt wird“, sagt er. Daher sei es ihm wichtig gewesen, die Texte so zu verfassen, dass sowohl zufällig Vorbeikommende als auch speziell den Kreuzweg besuchende Pilger angesprochen werden. „Die Texte auf den Info-Tafeln mussten kurz und verständlich sein. Daher haben wir uns für die Lösung mit dem QR-Code entschieden, über den alle Informationen übrigens auch in anderen Sprachen abrufbar sind“, erklärt der Pastoralreferent. Er ist sich sicher: „Die neuen Stelen am Kreuzweg würden Richard Schule Staade gefallen und dieses Projekt der Stiftung ist ganz in seinem Sinne.“

Rütten ist es wichtig, den Kreuzweg so einzuordnen, dass nicht das Leid verherrlicht werde, sondern die Botschaft, dass trotz Leid, Ungerechtigkeit, Hass und Tod, die nicht heilen, noch Hoffnung bleibt. „Der Kreuzweg ist eine Auseinandersetzung mit dem, was es auch heute, jeden Tag, in unserer Welt gibt. Hier in Kevelaer endet er nicht mit der manchmal üblichen 15. Station, sondern mit der sogenannten Schutzmantelmadonna. Wenn wir auf sie blicken, hält sie für uns die Verbindung zum Kapellenplatz und zum kleinen Bildchen in der Gnadenkapelle aufrecht. Ihr Mantel ist weit und bietet Platz für uns, sie schützt für uns Menschen mit allen Sorgen und Anliegen.“

Christian Breuer