In der Pressemitteilung zur künftigen Nutzung der St.-Antonius-Kirche in Münster kann der folgende Satz missverständlich verstanden werden: „Die St.-Antonius-Kirche – ausgenommen der Krypta – wird seitens der Pfarrei bereits seit 2008 nicht mehr genutzt …“
Mit dieser Formulierung war ausdrücklich nicht beabsichtigt, den Eindruck zu erwecken, die Gemeinden anderer Sprache und Riten seien im Zusammenhang mit der Nutzung des Kirchengebäudes nicht berücksichtigt oder nicht Teil des kirchlichen Lebens vor Ort. Vielmehr handelt es sich um eigenständige Gemeinden im Bistum Münster, die selbstverständlich zur katholischen Kirche im Bistum gehören und seit vielen Jahren ein lebendiges Gemeindeleben in der St.-Antonius-Kirche gestalten.
Weihbischof em. Dieter Geerlings, bischöflicher Beauftragter für die Gemeinden anderer Sprache und Riten, betont, dass die geplante Aufgabe der Kirche für viele Gläubige schmerzlich sei: „Gerade für die Gemeinden anderer Sprache und Riten, die über Jahrzehnte hinweg in der St.-Antonius-Kirche ein lebendiges Gemeindeleben aufgebaut haben, bedeutet diese Veränderung einen spürbaren Einschnitt. Zugleich haben die Gemeinden Verständnis für die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben.“
Mit Blick auf die Zukunft unterstreicht Geerlings zugleich die Bedeutung eines respektvollen und solidarischen Umgangs: „Die Gemeinden anderer Sprache und Riten bilden eine Vielfalt ab, die eine echte Bereicherung für die Kirche im Bistum Münster ist. Es ist wichtig, dass in diesem Fall für die Polnische, Spanischsprachige, Tamilische und Eritreische Gemeinde verlässliche neue Orte für Gottesdienst und Gemeindeleben gefunden werden. Erst wenn tragfähige Lösungen vorliegen, kann eine endgültige Übergabe gut gestaltet werden. Die Gemeinden anderer Sprache und Riten sind und bleiben fester Bestandteil des kirchlichen Lebens im Bistum Münster.“
Das Bistum Münster und die Pfarrei St. Joseph Münster-Süd stehen weiterhin in engem Austausch mit den Gemeinden anderer Sprache und Riten, um alternative Räumlichkeiten in der Stadt und damit verlässliche Perspektiven für das Gemeindeleben zu finden.
