
Prof. Dr. Johann Michael Fritz freute sich über die Festschrift, die aus Anlass seines 90. Geburtstages im Universitätsverlag Heidelberg erscheinen wird.
© Bistum MünsterIm Mittelpunkt der Feierstunde stand auch das Engagement der von Prof. Fritz gemeinsam mit seiner Schwester Andrea Gabriele Fritz gegründeten Geschwister-Fritz-Stiftung. Die Stiftung setzt sich seit 2009 für den Erhalt sakraler Kunst im Bistum Münster ein und stellt Fördermittel für restaurierungsbedürftige Gemälde, Skulpturen und liturgische Ausstattungsstücke bereit.
Dr. Thomas Fusenig, Leiter des Sachgebiets Kunstpflege im Bistum Münster, stellte in seiner Laudatio die Dankbarkeit in den Mittelpunkt. Persönlich habe Fritz ihn zu Beginn seiner Tätigkeit mit Rat, Literatur und intensiven Gesprächen unterstützt. Zugleich würdigte Fusenig Fritz’ maßgeblichen Einfluss auf die kirchliche Kunstdenkmalpflege in Deutschland: Die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz zur Kunstpflege sei ohne dessen Vorarbeiten kaum denkbar gewesen. Von besonderer Bedeutung für das Bistum Münster sei die Geschwister-Fritz-Stiftung selbst. „Ohne die immens wichtigen Anstoßfinanzierungen der Stiftung hätten viele Maßnahmen nicht realisiert werden können“, sagte Fusenig. In jüngerer Zeit habe die Stiftung sogar vollständige Restaurierungen ermöglicht.
Ein ökumenisches Grußwort sprach Prof. Dr. Arnulf von Scheliha, Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Er würdigte Fritz’ wegweisende Forschungen zur evangelischen Kirchenkunst, insbesondere zum Abendmahlsgerät vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. Fritz’ Arbeiten seien von großer Bedeutung für die evangelische Theologie sowie die Kirchengeschichte und Ausdruck einer fruchtbaren interdisziplinären Zusammenarbeit.
Dr. Esther Wipfler vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München stellte anschließend eine Festschrift vor, die sie gemeinsam mit Dr. Helga Kaiser-Minn herausgegeben hat. Der Band, der im Universitätsverlag Heidelberg erscheinen und auch online frei zugänglich sein wird, umfasst Beiträge aus dem breiten Forschungsspektrum des Jubilars – von der Gold- und Silberschmiedekunst über Denkmalpflege bis hin zur christlichen Ikonografie.
Prof. Dr. Michael Johann Fritz selbst sprach in einem Vortrag über „Wege zu einer praxisbezogenen Kunstgeschichte“. Darin reflektierte er seinen wissenschaftlichen Werdegang und unterstrich die Bedeutung des genauen Hinschauens sowie der engen Verbindung von kunsthistorischer Forschung, Restaurierungspraxis und interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Ann-Christin Ladermann

