Franz-Josef Konermann im Kirchenvorstand
Wenn Franz-Josef Konermann über seine Arbeit im Kirchenvorstand der katholischen Gemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich erzählt, fällt immer wieder das Wort "gestalten".
Genau darin sieht der 62-Jährige seine Hauptaufgabe in dem ehrenamtlich aktiven Verwaltungsgremium. "Mir geht es darum, dass wir die finanziellen Mittel, die wir vom Bistum erhalten, in unserer Kirchengemeinde vor Ort mit ihren fünf Standorten optimal einsetzen", sagt er. "Ich liebe diese Art, die Dinge vor Ort mitzugestalten." Dass er vor allem in finanziellen Angelegenheiten aktiv ist, ist kein Zufall. Seit 30 Jahren ist Franz-Josef Konermann Bankvorstand. Auch das mit Leib und Seele. Beruflich wie im Ehrenamt ist dieser Mann Verwalter und Gestalter zugleich. Bei der Kirchenvorstandswahl am 7. und 8. November tritt er noch einmal an. Dann stehen in Lengerich fünf der zehn Kirchenvorstandsmitglieder zur Wahl – im ganzen Bistum sind dann 1,375 Millionen Katholiken aufgerufen, rund 1.100 neue Kirchenvorstände zu wählen.
Für die katholische Kirchengemeinde in Lengerich – damals hieß sie noch St. Margareta – war es ein echter Glücksfall, als Franz-Josef Konermann 1988 aus beruflichen Gründen mit Ehefrau Cäcilia von Laggenbeck nach Lengerich zog. "Als Katholik in Lengerich – da wird man mit offenen Armen begrüßt", schaut er zurück und lächelt. Kommunionhelfer, Lektor – und schließlich Mitglied im Kirchenvorstand, bald dessen stellvertretender Vorsitzender, schnell hatte er viele Aufgaben in der Diaspora-Gemeinde. "Dass ich in der Verwaltung mitarbeite und mich um Finanzen kümmere, lag einfach in der Natur der Sache." Als Mitglied des Kirchenvorstands entscheidet er mit, wenn es um finanzielle Belange, Immobilien oder Personalentscheidungen der Kirchengemeinde geht.
Dass die aktuellen Herausforderungen der katholischen Kirchengemeinden im Bistum keine einfachen sind, weiß Franz-Josef Konermann nur zu gut. Seit fünf Jahren hat er auch als Mitglied des Kirchensteuerrates im Bistum Münster ein Wörtchen mitzureden, wenn es um den Jahresetat von 400 Millionen Euro geht. Alle Gemeinden stünden vor der Herausforderung, maßvoll mit den Mitteln umzugehen. "Wir müssen heute die Gemeinden so gestalten, dass sie auch morgen noch Handlungsspielraum haben", sagt der Kirchenvorstand. Dazu gehöre, zuweilen in kleineren Dimensionen zu denken. Das hat er auch in der Gemeinde Seliger Niels Stensen erlebt, als 2006 die einst selbstständigen Kirchengemeinden aus Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg zusammenwachsen mussten. "Auch das tue ich gerne: schwierige Situationen meistern", sagt er.
Dazu gehört für ihn auch der kritische Dialog mit den Gemeindemitgliedern. "Man muss die Menschen mitnehmen und aus Betroffenen Beteiligte machen", erklärt er. Dann ließen sich die Menschen auch von zuweilen unpopulären Entscheidungen überzeugen. Das kennt er auch von Berufs wegen durch die Arbeit als Bankvorstand. "Sieben Fusionen habe ich mitbegleitet und mitgestaltet", sagt er. Letztlich sei es immer darum gegangen, Handlungsspielräume zu erhalten. Und genau darum gehe es auch in der Arbeit im Kirchenvorstand.
Ehrenamtliches Engagement ist für Franz-Josef Konermann seit jeher selbstverständlich. Mitarbeit in Fördervereinen von Kindergärten und Schulen, aktiv im Steinfurter Bündnis gegen Depressionen, Betreuungstätigkeiten, Mitarbeit im Vorstand des Kreisdekanates Steinfurt – die Liste seiner Ehrenämter ist lang. Woher er die Zeit nimmt? "Diese Frage stellen viele. Meine Frau auch", sagt er und lächelt. "Ja, ich schaffe das. Nach Feierabend bin ich oft zu Hause noch in meinem Büro tätig."
Dennoch nimmt der Vater zweier erwachsener Kinder sich ab und an Zeit für Hobbys. Radfahren ist eines davon. Das macht Franz-Josef Konermann vorzugsweise im Urlaub, wenn er mit seiner Ehefrau hunderte von Kilometern entlang ausgesuchter Routen zurücklegt. Und er mag seinen Garten. "Den Garten gestalten und genießen", sagt er. Dass so viel Aktivität in Freizeit und Beruf keine Selbstverständlichkeit ist, weiß Franz-Josef Konermann zu schätzen. "Ich freue mich, dass mein Körper mir die Möglichkeit gibt, das alles zu tun."
Info: Kirchenvorstand/Kirchenvorstandswahlen
Der Kirchenvorstand einer katholischen Gemeinde besteht aus dem Pfarrer und je nach Größe aus sechs bis 16 gewählten, ehrenamtlichen Pfarreimitgliedern. Er trifft eigenverantwortlich Entscheidungen und sorgt so für viele materielle und personelle Voraussetzungen des caritativen und pastoralen Engagements der Pfarrei. Der Kirchenvorstand ist gefragt, wenn es um Investitionen, Bauvorhaben oder Immobilien geht. Auch über den Betrieb von Kindergärten oder über die Einstellung von Mitarbeitern pfarrlicher Einrichtungen befindet er: Der Kirchenvorstand beschließt über Angelegenheiten des Friedhofs oder über Vermögensanlagen, er beauftragt Anwälte oder Handwerker – und vieles mehr. Kirchenvorstandswahlen finden alle drei Jahre statt; dabei wird jeweils die Hälfte der Mitglieder für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Wählbar sind Pfarreimitglieder ab 21 Jahren, wählen kann man auch schon mit 18. Die nächsten Kirchenvorstandswahlen im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster sind am 7. und 8. November. Wer sich im Kirchenvorstand engagieren will, kann sich im Pfarrbüro seiner Kirchengemeinde melden. Entschieden wird in knapp 190 Pfarreien, dabei werden insgesamt etwa 1.100 Vorstandsmitglieder gewählt. Wahlberechtigt sind über 1,3 Millionen Katholiken. Die Stimmabgabe ist möglich vorab per Briefwahl oder am Wahlwochenende durch Ankreuzen des Stimmzettels im Wahllokal.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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