"Friedensreiter"-Podcast beschäftigt sich mit Iran-Krieg

, Bistum Münster

Wenn die Macht das Recht ersetzt – Heiligt der Zweck die Mittel? Warum findet dieser Krieg um den Iran gerade jetzt statt? Und vor allem: Darf man ihn führen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Folge des Podcasts “Friedensreiter” des Ludwig-Windhorst-Hauses in Lingen (LWH) und des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg (ithf).

Logo des Podcasts "Friedensreiter"

In der aktuellen Folge analysieren die beiden Gastgeber, LWH-Direktor Marcel Speker und der frühere stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Jochen Reidegeld vom ithf, nicht die militärische Lage, sondern die entscheidende Frage dahinter: Ist diese Intervention völkerrechtlich legitim – oder erleben wir die Rückkehr einer Welt, in der Macht das Recht ersetzt?

Sie ordnen die wechselnden Begründungen aus Washington ein, prüfen die Kriterien des Präventivschlags und fragen: Liegt eine „unmittelbar bevorstehende Bedrohung“ vor? Sind die Motive tatsächlich uneigennützig? Trägt die Rechtfertigung? Dabei geht es um mehr als den Einzelfall Iran. Es geht um eine Grundsatzfrage internationaler Ordnung: Was passiert mit dem Völkerrecht, wenn wir beginnen, es situativ auszulegen – oder zu ignorieren, sobald das Ziel moralisch überzeugend erscheint? „Wenn wir das zum Kriterium machen, die Welt von Diktatoren zu befreien, dann können wir noch in ganz viele Länder dieser Welt militärisch intervenieren.“ Ist der mögliche Sturz eines repressiven Regimes den Preis wert, den eine Erosion des Völkerrechts nach sich zieht? Und in welcher Welt wachen wir auf, wenn militärische Intervention wieder zum normalen Instrument der Politik wird? Eine Folge über Macht, Moral, Realpolitik – und die gefährliche Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt.

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