Zu den Geistlichen Themenabenden lädt Domkapitular Prof. Dr. Michael Höffner ebenso wie das gesamte Domkapitel alle Interessierten ein.
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Den Auftakt am 25. Februar gestaltet zum Schwerpunkt „Schweigen“ Schwester Edith Kür-pick. Am 4. März thematisiert Professorin Dr. Margit Eckholt das „Danken“. Eine Woche später am 11. März rückt Professor Dr. Thomas Hanke das „Bitten“ in den Mittelpunkt, während es am 18. März mit Professor Dr. Michael Höffner um das „Loben“ geht. Den Abschluss markiert am 25. März Professor Dr. Georg Steins zum „Klagen“.
Höffner zählt nicht nur zu den Referierenden der diesjährigen Geistlichen Themenabende, sondern hat sie als Domkapitular mit Dompropst Hans Bernd Köppen wesentlich vorbereitet. Mit der Schwerpunktsetzung nehme man ernst, dass Glauben und damit Beten für viele inzwischen eine Fremdsprache sei, in die es auch in Predigten und Katechesen wenig Einweisung gebe. Dennoch hält Höffner das Thema Beten für anschlussfähig an die Gegenwart. Denn es greife die „lange kaum eingestandene Grunderfahrung auf, dass wir nicht über alles im Leben verfügen können.“
Das „Bitten“ komme im Leben vieler Menschen gerade in Notlagen vor. Das gelte auch für die, die sich selbst als wenig gläubig beschreiben, wenn sie beispielsweise in Kirchen eine Kerze anzünden. Dagegen habe das „Klagen“ auch in der Theologie lange kaum eine Rolle gespielt. Man habe stattdessen die Gläubigen aufgefordert, sich betend in Gottes Willen zu fügen. Inzwischen aber habe die Theologie vor allem über die Psalmen wiederentdeckt, dass Klagen im Leid oft die einzige Möglichkeit ist, Gottes Verheißungen ernst zu nehmen und an Gott festzuhalten.
„Danken“ und „Loben“ spielten in der Liturgie eine zentrale Rolle. Das Danken sei auch im persönlichen Beten bedeutsam, weil es helfe, wahrnehmungsfähig zu bleiben für Gutes und Gelungenes. Gegenüber dem Loben seien Menschen oft reservierter, weil das Pathos des Lobens kaum zur Weltsituation zu passen scheine. Lob, richtig verstanden, übertünche aber das Leid nicht, sondern lasse der Welt, wie sie ist, nicht das letzte Wort. Es lasse sich die Freude nicht nehmen an den Momenten, in denen jetzt schon etwas von „Herrlichkeit“ durchbricht.
Mit dem „Schweigen“ schließlich wendeten sich die Themenabende einer Gebetsform zu, die über das kontemplative Beten inzwischen verbreitet ist. Die Übenden setzen sich dabei Gottes Gegenwart und seinem Wirken aus, im Bewusstsein, dass Worte Gott im Letzten nicht fassen können. Dieses kontemplative Gebet sei gerade in der reizüberfluteten Gegenwart wertvoll.
Höffner ist überzeugt, dass es heute einen gewissen Mut braucht, Gott im Alltag einen Platz freizuhalten. Darauf solle das Plakatmotiv zu den Geistlichen Themenabenden hindeuten. Denn betende Menschen stünden dazu, nicht selbstgenügsam zu sein. Sie müssten sich auf die Entdeckung einlassen, dass eine Welt mit Gebet nicht dieselbe ist wie eine Welt ohne Gebet. Dazu ermuntern könne ein Wort des früheren Aachener Bischofs Klaus Hemmerle: „Wo die Beter dazwischen sind, da sind andere Orientierungen, da sind andere Maßstäbe, da sind andere Kräfte im Spiel als in der geschlossenen Gesellschaft der Macher.“
Der Eintritt zu den Geistlichen Themenabenden, die jeweils durch passende Musik begleitet werden, ist frei. Die Organisatoren bitten aber um eine Spende für die Mission der Benediktinischen Schwestern in Mtwara in Tansania.
Anke Lucht

