Gesamtschule Warendorf beteiligt sich an missio-Sammelaktion
Ein Planschbecken voll alter Handys: Das ist das Ergebnis einer Sammelaktion der rund 900 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule in Warendorf.
Insgesamt 1054 ausgediente Handys sammelten sie im Familien- und Freundeskreis, in der Nachbarschaft und bei den Arbeitskollegen der Eltern. Alles für den guten Zweck, denn die Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe, die recycelt werden können.
Mit der Aktion, aufbereitet als Wettbewerb, hat sich die Gesamtschule an einem Projekt des internationalen katholischen Missionswerks "missio" mit dem Titel "Handys recyceln – Gutes tun" beteiligt. Das Partnerunternehmen "mobile box" recycelt die in den Althandys vorhandenen Rohstoffe und bereitet noch nutzbare Geräte zur Wiederverwendung auf. Aus den Erlösen spendet das Unternehmen 60 Cent pro Handy an die "Aktion Schutzengel. Für Familien in Not. Weltweit".
Aufmerksam gemacht auf das Projekt hat das Team des Weltladens in Warendorf: "Ich glaube, die Leute warten auf eine solche Aktion, bei der sie ihre ausgedienten Handys loswerden können", erklärt Mechtild Kulke vom Weltladen, "es liegen so viele Kostbarkeiten in den Schubladen." Der Hinweis auf die Aktion kam der Fachschaft Gesellschaftslehre an der Gesamtschule gelegen. "Wir wollten ohnehin ein größeres Projekt in der Schule starten und das hier war für unsere Schüler genau das Richtige", blickt Lehrerin Marita Bils-Weymerich zurück. "Am vergangenen Freitag haben wir dann 34 Säcke voller Handys erhalten, von jeder Klasse einen", freut sie sich über das Engagement der Schüler. Die meisten Handys sammelte die Klasse 8.3. Mit 191 Handys belegte sie den 1. Platz, dicht gefolgt von Klasse 5.2 mit 161 Handys. Der 3. Platz ging an die Klasse 8.4 mit 118 Handys.
Parallel zum Sammelwettbewerb erfuhren die Mädchen und Jungen im Unterricht, was es mit dem Rohstoff Coltan auf sich hat: Rebellengruppen im Ostkongo erobern Coltanminen und verkaufen illegal das seltene Erz, das für die Herstellung von Handys benötigt wird. "Wir wussten vorher nicht, was alles in unseren Handys steckt und dass andere dafür richtig arbeiten müssen", erklärt Linn Hoffmann aus der Klasse 5.2. Darum ist die Zehnjährige besonders aktiv geworden: Zusammen mit ihren Freundinnen Zoë Prinz und Stina Henning sammelte sie rund 100 Handys. "Fast jeder, den wir gefragt haben, hat uns alte Handys gegeben", sagt sie. "Viele wussten nicht, wohin sie ihr altes Handy geben können, weil einfach in den Müll werfen kann man es ja auch nicht", ergänzt Stina. Die drei Schülerinnen wissen, wem der Erlös der Aktion zugute kommt: "Familien im Kongo." Dort müssen Millionen Menschen vor dem Bürgerkrieg fliehen, Rebellen überfallen Frauen und ganze Dörfer, morden, plündern und brandschatzen. Hilfe erhalten die Opfer in Traumazentren, die mit Unterstützung von missio aufgebaut werden.
In der ersten Septemberwoche rückt missio die Aktion in den Mittelpunkt und ruft zur Mitmachaktion "Woche der Gold-Handys" auf. Der Termin wurde gezielt gewählt: Zu diesem Zeitpunkt findet die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin statt, auf der die neuesten Elektronik-Produkte präsentiert werden. Die Gelegenheit möchte missio nutzen, um bei Aktionen in vielen deutschen Städten zum Handy-Recyclen aufzurufen.
Bildzeile: Freuen sich über die erfolgreiche Handysammelaktion in der Gesamtschule Warendorf: (von links) Pia Brinkkötter (Lehrerin), Endrik Kremkus (stellv. Schulleiter), Marita Bils-Weymerich (Lehrerin), die Schülerinnen Linn Hoffmann, Zoë Prinz und Stina Henning, Inge Seelige (Weltladen Warendorf).
Text: Bischöfliche Pressestelle / 23.05.17
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Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann
