Gesichter von Geflüchteten erzählen Geschichten

, Stadtdekanat Münster, Kreisdekanat Steinfurt

15 Bilder. 15 Schicksale. Die Ausstellung „Verloren – gefunden“ rückt Geflüchtete in den Blickpunkt. Sie kommen aus der Ukraine und leben im Münsterland. Die Schau ist von Montag, 26. Januar, bis Freitag, 27. Februar, in der münsterischen Überwasserkirche zu sehen. 
 

Ein Bild aus der Ausstellung: Alisa Vasylieva aus Kyjiw trainiert Volleyballmannschaften.

© Günter Benning

Menschen auf der Flucht haben ein Gesicht und eine Geschichte. Sie haben ihre Heimat verloren und hoffen auf eine Zukunft. 15 Fotos von Geflüchteten aus der Ukraine ermöglichen einen Blick auf diese Schicksale. Die Ausstellung mit Fotografien von Günter Benning wird am 27. Januar um 18 Uhr in der Überwasserkirche eröffnet. 

Die Initiative zu der Fotoausstellung ging von Heinz Kues und Dr. Bernhard Hülsken aus, beide jahrelang ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. „Ursprünglich gab es die Idee eines individuellen Fotobuches, das die beteiligten Personen in ihre Heimat schicken könnten“, sagt Kues. Entwickelt hat sich daraus eine Bilderausstellung, in der die Schicksale der Porträtierten erzählt werden – von der jungen Architekturstudentin, die in Greven einen Job in der Logistik gefunden hat, bis zur fünfköpfigen Familie, die die ukrainische Kultur in der Kirchengemeinde und im Chor in Münster pflegt. 

„Ich hatte todtraurige Menschen erwartet“, gibt Fotograf Benning zu. Getroffen hat er Geflüchtete, die ihr Schicksal mit viel Energie in die Hand nehmen. Viele jobben auch vor Ende des Sprachkurses, zwei Frauen aus Irpin haben neben ihrem Job im Postverteilzentrum ein Schnellrestaurant eröffnet. Niemand wolle lange von staatlicher Hilfe leben.

Möglich machten die Ausstellung Olga Stromberger und Rita Zimmermann. Stromberger ist Vorsitzende des Vereins „You are. Ukraine-Hilfe aus aller Welt“. Sie hat Kontakte zu den Menschen hergestellt und als Übersetzerin unterstützt. Zimmermann weiß als Osteuropahistorikerin und Museumsmitarbeiterin, wie Ausstellungen am besten präsentiert werden. 

„Natürlich war es nicht immer leicht, Ukrainerinnen von der Teilnahme zu überzeugen“, sagt Fotograf Benning. Manche Geschichten sind erschütternd und kaum in wenigen Sätzen zu fassen. Andere glaubten, ihre Geschichte sei wiederum nicht schrecklich genug. Auch fürchteten manche Männer Verurteilungen, weil sie hier und nicht in der Ukraine seien. Zu allen Bildern gibt es Texte auf Deutsch und in der Onlineversion auch auf Ukrainisch. Zur Vernissage wird herzlich eingeladen. 

Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Glasarche – Schutz für Menschen auf der Flucht“ vom Bistum Münster, der Caritas und der Akademie Franz Hitze Haus. Alle Informationen gibt es im Internet unter www.caritas-bistum-muenster.de/glasarche

Text: Diözesancaritasverband Münster