Gottesdienst aus der Klosterkirche Vinnenberg wird übertragen
Einen aktuellen Blick auf die Familiensynode, zu der die katholischen Bischöfe ab Sonntag, 4. Oktober, in Rom zusammenkommen, wirft am selben Tag ein katholischer Radiogottesdienst aus der Klosterkirche in Vinnenberg bei Warendorf.
WDR 5 – NDR Info ist angeschlossen – überträgt ihn um 10 Uhr.
Den Gottesdienst leitet Pfarrer Dr. Carl Möller. Musikalisch gestaltet den Gottesdienst das Ensemble ,Les Étoiles‘ unter der Leitung von Helga Schwartengräber. Die Orgel spielt Alexandra Babeliowsky.
In seiner Predigt geht Pfarrer Möller auf das Sonntagsevangelium ein, in dem Jesus zur Ehescheidung sagt, was Gott verbunden habe, solle der Mensch nicht trennen. Dankbar auf seine Familiengeschichte zurückblickend, stellt Möller fest, dass christliche Werte wie Treue, Wahrhaftigkeit und Vergebungsbereitschaft die Beziehung seiner Eltern aufrechterhalten und durch manche krisenhafte Zeit getragen hätten. Doch wisse er als Seelsorger und Psychoanalytiker nur zu gut, wie sich die Lebensverhältnisse geändert hätten. Es könne bei Jesu Ausspruch nicht darum gehen, diesen einfach zu befolgen, um glücklich zu werden.
Möller wertet es als unbarmherzig, das Evangelium so zu verstehen, als kämen Scheitern und Gebrochenheit im Leben nicht vor. Er ist überzeugt, dass dies nicht im Sinne Jesu ist, und wirbt für die Grundhaltung der Barmherzigkeit. So sei auch die Kirche laut Papst Franziskus, "nicht die Herrin der Vergebung", sondern zuallererst "Dienerin der Barmherzigkeit." Möller appelliert an die Bischöfe: "Seid jenen gegenüber barmherzig, über deren Heilung ihrer Lebensverwundungen ihr zu beraten habt."
Das Kloster Vinnenberg, aus dem der Gottesdienst übertragen wird, geht auf eine Marienerscheinung im 13. Jahrhundert zurück. Seitdem ist es als Stätte des Gebets und der Kontemplation ein Anziehungspunkt für viele Menschen. Verschiedene Ordensgemeinschaften haben in den vergangenen 750 Jahren den Ort geprägt; im vorigen Jahrhundert lebten hier noch Benediktinerinnen. Dem großen Engagement vieler Förderer ist es zu verdanken, dass auch nach deren Weggang die Klostergeschichte weitergeschrieben wird – wenn auch etwas anders. Seit fünf Jahren ist Kloster Vinnenberg ein Exerzitien- und Bildungshaus. Eine Stätte, die von gesellschaftlichen und religiösen Einbrüchen nicht verschont blieb, versteht sich nun als Impulsgeberin für Umbrüche und individuelle Aufbrüche. Junge und erwachsene Menschen können dort ihre je eigene Weise des Christseins finden und darin auch sich selbst entdecken. Das Haus steht allen Interessierten und Sinnsuchenden weit offen. Für die inhaltliche Ausrichtung steht als Leiter Dr. Carl Möller.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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