Dass ihr Gesicht bald auf großformatigen Plakaten in 17 Städten des Bistums Münster zu sehen sein wird, hätte sie vor einem Jahr kaum für möglich gehalten. Janina Steinsträter ist eines der Gesichter der Arbeitgeberkampagne „Dank Dir!“, mit der das Bistum Münster und der Diözesancaritasverband Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorstellt, die mit ihrem Engagement zeigen, wie vielfältig und sinnstiftend kirchliche Berufe sein können.
Janina Steinsträter ist auf dem Kampagnenplakat, das unter anderem zwischen dem 8. und 21. Mai an der Neubeckumer Straße/B 475 zu sehen ist, mit Kita-Kind Fiete in der Turnhalle abgebildet. Doch hinter dem leicht und unbeschwert wirkenden Motiv steckt eine Geschichte, die von schweren Momenten, aber auch großer Dankbarkeit erzählt. Fünf Monate lang war Janina Steinsträter nicht in ihrer Kita. Eine seltene Krebserkrankung stellte ihr Leben auf den Kopf. Nach einer komplizierten Operation in Regensburg rieten Ärzte ihr davon ab, in den Beruf zurückzukehren. Für sie kam das nicht infrage. „Ich habe im Krankenhaus gelegen und gedacht: Ich muss zurück. Die Kinder brauchen mich.“
Der Weg dorthin war alles andere als leicht. Doch was sie in dieser Zeit erlebte, habe sie tief geprägt: „Ich habe so viel Wertschätzung und Unterstützung bekommen – vom Träger, vom Team, von den Eltern.“ Für Janina Steinsträter steht fest: Diese Erfahrung hat ihren Blick auf den Arbeitgeber noch einmal geschärft. „Viele reden schlecht über die Kirche. Aber ich kann sagen: Ich habe nur Unterstützung erlebt. Das ist für mich Kirche – dieses Miteinander, diese Nächstenliebe.“
“Wir geben viel, aber wir bekommen auch viel zurück”
Seit 30 Jahren arbeitet Janina Steinsträter im Kita-Verbund der Propsteigemeinde St. Stephanus, seit 2010 in der Kita St. Sebastian, seit vier Jahren leitet sie die Einrichtung, die von 65 Kindern besucht wird und in der zehn pädagogische Fachkräfte arbeiten. „Wir geben viel, aber wir bekommen auch viel zurück“, weiß Janina Steinsträter. Ihr Arbeitsalltag ist vielseitig: Dienstpläne schreiben, Gespräche mit Eltern führen, Therapien koordinieren – denn die Kita ist auch Familienzentrum. Gleichzeitig steht sie regelmäßig selbst in der Gruppe, spielt, tröstet, erklärt.
„Die Kinder gehen immer vor“, sagt die 48-Jährige. „Und sie sind so ehrlich, so authentisch – da kann man viel lernen.“ Und dass Janina Steinsträter Freude daran hat, zu gestalten, zeigt ein Beispiel: Gemeinsam mit dem Team entwickelte sie ein neues System für den Speiseplan. Per Knopfdruck können die Kinder nun hören und auf einem Bild sehen, was es mittags gibt. „Sie sind beteiligt und sie verstehen es besser.“
Fachkräftemangel ist spürbar
Dass sie für die Kampagne ausgewählt wurde, wusste die Kita-Leiterin zunächst gar nicht – genauso wenig wie ihre Kolleginnen Alexandra Klann, Leona Kornrumpf und Denise Hausmersmann, ebenfalls aus der Kita St. Sebastian, sowie Tina Fischer und Heike Brock aus der Kita St. Nikolaus. Alle sechs wurden von Verbundleiterin Nicole Scheufens-Künne vorgeschlagen – und vom Bistum Münster ausgewählt. Das professionelle Fotoshooting erlebten sie als „total entspannt“ – und als Zeichen der Anerkennung. Wichtig ist Janina Steinsträter dabei eines: „Es geht nicht um mich oder uns. Wir stehen stellvertretend für alle Erzieherinnen.“
Die Kampagne selbst hält sie für notwendig. Der Fachkräftemangel sei spürbar, gute Öffentlichkeitsarbeit entscheidend. „Wenn man keine Werbung macht – woher sollen die Leute wissen, wie es wirklich ist?“ Dass das funktioniert, hat sie selbst erlebt: Sogar während einer Reha wurde sie auf ihr Kampagnenmotiv angesprochen – von Menschen, die sie aus dem Internet wiedererkannten.
Hintergrund
32 Gesichter zeigt die Arbeitgeberkampagne des Bistums Münster seit vergangenem Jahr – darunter auch Janina Steinsträter. Diese steht unter den Claims „Dank Dir!“ und „Du bist uns wichtig!“. Dabei geht es vor allem um „Wertschätzung“. Vorgeschlagen wurden die Kampagnengesichter von ihren Kolleginnen und Kollegen. Ein Ziel der Kampagne ist es, die katholische Kirche im Bistum Münster als attraktive Arbeitgeberin bekannter zu machen und zu verstärken. Die Kampagnengesichter sind zum Beispiel auf Plakaten und im Jobportal des Bistums Münster unter www.kirchentalente.de zu sehen. Außerdem werben sie in Social-Media-Anzeigen für das Bistum und die Kirche als Arbeitgeberin.
Ann-Christin Ladermann

