Die neue Orgel in der Wallfahrtskirche am Halterner Annaberg nimmt Form an. Dafür sorgen die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Fleiter aus Nienberge. Das Instrument fügt sich wunderbar in den Raum ein. Dabei wurde sie für die ehemalige St.-Laurentius-Kirche entworfen. „Die alte Euler-Orgel in der Wallfahrtskirche stammt aus den 1970er Jahren und stand seitlich im hinteren Bereich. Sie ist an ihre Grenzen gekommen“, bewertet Kantor Thomas Drees den Klang und die Möglichkeiten. Durch den Abriss der St.-Laurentius-Kirche stand der Pfarrei St. Sixtus die Klais-Orgel zur Verfügung.
Gemeinsam freuen sie sich über die neue Orgel in der Annabergkirche: Kantor Thomas Drees, Pfarrer Michael Ostholthoff und Referentin Cäcilia Scholten (von links).
„Es ist die wertvollste Orgel in der Pfarrei. Sie bietet sehr viele Möglichkeiten und wird in diesem Raum großartig klingen“, schwärmt Drees. Denn ließ sich die Lautstärke an der alten Orgel nicht regeln, erhält das neue Instrument ein Schwellwerk. „Dafür wird das alte Rückpositiv, das jetzt in der Mitte steht umgebaut. Dadurch ist es möglich, gesprochene Texte im Gottesdienst dezent zu begleiten. Die Orgel wird nicht automatisch lauter, nur weil sie größer ist“, erklärt er.
Der künftig fahrbare Spieltisch wird seinen Platz seitlich nah der Altarinsel finden. „Von dort hat der Organist guten Kontakt zur Gemeinde. Die Elektrifizierung macht das möglich und eröffnet viele neue Optionen“, freut er sich. Denn das Instrument wird künftig nicht nur in Gottesdiensten eingesetzt, sondern die Wallfahrtskirche soll zu einem Kulturort entwickelt werden. 100.000 Euro kostet der Umbau, von denen rund zwei Drittel durch 350 Einzelspenden finanziert wurden. Aber auch das Bistum hat einen Teil der Kosten übernommen. „Neben der Orgel wird eine Spendentafel mit den Namen von 90 Einzelspendern angebracht“, erklärt Cäcilia Scholten, Referentin in der Pfarrei St. Sixtus. Und Pfarrer Michael Ostholthoff fügt hinzu: „Dass die Stadtgesellschaft sich in diesem Umfang finanziell engagiert hat, ist ein Statement für den Annaberg. Die Kirche wird durch die Orgel deutlich aufgewertet.“
27 Register auf zwei Manualen stehen an der neuen Orgel zur Verfügung. „Das alte Instrument hatte 14 Register. Nun gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, und die Lautstärke lässt sich besser dosieren“, erklärt Drees. Auf neun Metern verteilt finden sich rund 2.200 Pfeifen von ganz klein bis ganz groß. „Wenn alles fertig ist, wird die Orgel intoniert und klanglich an den Raum angepasst“, sagt der Kirchenmusiker.
Die Mitarbeiter der Firma Fleiter aus Nienberge setzen am neuen Schwellwerk die ersten Pfeifen ein.
Zwischen 15 und 20 Wallfahrtsgruppen kommen jährlich auf den Annaberg. „Das sind viele Gruppe aus dem Umkreis, aber auch aus Dortmund kommen Pilger. Die größte Gruppe mit rund 2.000 Teilnehmenden ist die jährliche Wallfahrt der Oberschlesier, die in diesem Jahr bereits zum 78. Mal stattfand“, berichtet Ostholthoff. Dienstags und samstags werden zudem wöchentlich Eucharistiefeiern angeboten.
Als „Kultur.Punkt.Annabergkirche“ möchte die Pfarrei den Ort mit vielfältigen Angeboten beleben – von neuen spirituellen Formaten bis hin zu Konzerten. „Wir wollen auch namhafte Künstler einladen“, kündigt Scholten an. Für das kommende Jahr sind bereits Veranstaltungen geplant: ein Sonntagskonzert mit den Himmlischen Tenören, eine musikalische Lesung mit Texten von Hans-Dieter Hüsch, ein festliches Konzert mit Pfarrorchester und junger Kantorei, Rock-, Pop- und Filmmusik auf der Orgel sowie Improvisationen zu Texten von Rainer Maria Rilke und der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. „Die Kirche bietet Platz für 300 Personen, es gibt einen großen Parkplatz und sie ist gut über die A43 erreichbar“, wirbt Scholten für den Standort inmitten der Natur.
Mit einem Festgottesdienst am Samstag, 31. Januar, um 17 Uhr wird die Orgel offiziell eingeweiht. „Und vielleicht können wir sie ja schon zu Weihnachten spielen“, hegt Drees eine kleine leise Hoffnung.
Informationen über die geplanten Veranstaltungen gibt es auf der Homepage der Pfarrei St. Sixtus.