
Der verstorbene Ahlener Arzt und Künstler Thomas Hartmann
© Jutta HartmannHartmann, der viele Jahre in Ahlen praktizierte, widmete sich in seiner Freizeit intensiv der Malerei. Mit Acryl, Aquarell, Kreide und Filzstiften entstanden vor allem Motive wie Segelboote, Stiere, Pferde sowie Tanz- und Strandszenen. Auch Skulpturen und Plastiken gehörten zu seinem künstlerischen Schaffen. Inspiriert wurde er unter anderem von seinem Onkel, dem Maler Norbert Gerd Hartmann, der vor allem im Raum Stuttgart bekannt war.
Nach dem Ende seines Berufslebens im Jahr 2012 fand Hartmann mehr Zeit für seine künstlerische Arbeit. Im Jahr 2023 besuchte er die St.-Marien-Kirche in Ahlen und den dortigen Kreuzweg. In nur wenigen Tagen setzte er die Eindrücke anschließend künstlerisch um. Entstanden ist ein Zyklus von 14 Stationen, gestaltet mit Graphit, Aquarellfarben und Filzstiften.
Zum Zeitpunkt der Entstehung war Hartmann bereits schwer erkrankt. 2024 starb er an Amyotropher Lateralsklerose (ALS). „Wir zeigen in der Fastenzeit diesen bewegenden Kreuzweg mit 14 Stationen im Kirchenfoyer, den Herr Hartmann in wenigen Tagen malte“, sagt Rupert König, Pastoralreferent und Leiter des Kirchenfoyers. „Damals schon schwer erkrankt, verarbeitete er künstlerisch seine Erkrankung, wie uns seine Witwe berichtete.“
Bereits 2023 waren die Werke während der Passionszeit unter dem Leitwort „Unser aller Kreuzweg“ in der Marienkirche in Ahlen zu sehen. Nun gehen sie auf Reise nach Münster. Vermittelt wurde die Ausstellung durch Heinz Reinhard, ehrenamtlich engagiert in der Pfarrei St. Bartholomäus in Ahlen und Freund der Familie Hartmann. Er stellte auch den Kontakt zum Kirchenfoyer her.
Die Kreuzweg-Ausstellung ist bis Ostern zu sehen, bevor im Anschluss eine größere Ausstellung mit Werken der Ordensfrau und Künstlerin Tisa von der Schulenburg geplant ist.
Das Kirchenfoyer ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
Maria Kessing/Ann-Christin Ladermann

