Notenmanuskripte Max von Droste-Hülshoffs in der Diözesanbibliothek
Drei eigenhändige Notenhandschriften des Komponisten Maximilian Friedrich von Droste-Hülshoff (1762–1840) sind ab Montag, 4. September, für eine Woche in der Diözesanbibliothek Münster zu sehen.
Eine Ausstellung im Foyer stellt mit zwölf Texttafeln die international beachtete Santini-Sammlung in den Mittelpunkt, eine der umfangreichsten und wertvollsten Quellen italienischer Musik des 16. bis 19. Jahrhunderts.
Anlass ist die Tagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken (AIBM) in Münster. Die Sammlung umfasst rund 4.500 Notenhandschriften und 1.200 Notendrucke mit überwiegend geistlicher Musik des 16. bis 19. Jahrhunderts. Im Original gezeigt werden aus der Sammlung die Manuskripte des Onkels und musikalischen Lehrers der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff: Graduale und Offertorium Nr. 1, laut Widmung "der hießigen Domkapelle verehrt", ebenso wie Tantum ergo und Genitori Nr. 1, "gesetzt für den Musick-Verein in Münster". Die Wirkung des dritten Werkes ging weit über die regionale Musikkultur hinaus, denn die Missa I. in C-Dur wurde von Joseph Haydn im Jahr 1800 in Wien aufgeführt.
Ein weiterer Anlass für die kleine Ausstellung: Die Diözesanbibliothek hat eine Förderzusage für die Restaurierung und Konservierung der drei Manuskripte erhalten. Das Vorhaben wird 2017 als eines von bundesweit 34 Modellprojekten von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in Berlin unterstützt. Eingesetzt werden Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL). Unter dem Motto "Das besondere Format" sind die Notenhandschriften Max von Droste-Hülshoffs als außergewöhnliche Objekte und schützenswerte schriftliche Kulturgüter ausgewählt worden. Sie sollen ab Mitte September exemplarisch von einem Restaurator gesichert werden, um auch künftig im Original für die Forschung bereitzustehen.
Die Ausstellung in der Diözesanbibliothek ist von Montag, 4. bis Freitag, 8. September, von 9 Uhr bis 18 Uhr frei zugänglich.
Bildunterschrift: Gefährdet: Manuskript der Missa I. in C-Dur mit korrodierenden Kupfernadeln, die Korrekturzettel halten.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 04.09.17
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Foto: Stefan Jahn, Bistum Münster
