Radeln für die Herzenssache

, Stadtdekanat Münster

Der Fahrradhelm liegt bereit, die Route ist ausgetüftelt, am Fahrradkorb ist schon das Schild mit dem Logo des „Johannes-Hospiz Münster“ angebracht. Am Freitag, 1. Mai, wird Catharina Luisa Maschke – von allen „Lu“ genannt – in Münster aufs Rad steigen und sich auf eine besondere Reise begeben. In 17 Tagen will sie bis nach Kopenhagen fahren. Rund 650 Kilometer liegen vor ihr. Doch es geht ihr nicht um sportliche Rekorde. Jeder Kilometer ist einer Herzenssache gewidmet: dem Johannes-Hospiz.
 

Auf dem Schlossplatz in Münster startet Lu Maschke am Freitag, 1. Mai, ihre Fahrradtour nach Kopenhagen, mit der sie Spenden für das Johannes-Hospiz sammeln möchte.

© Bistum Münster

Seit gut anderthalb Jahren gehört das Ehrenamt dort fest zum Leben der 46-Jährigen, die hauptberuflich als Senior Art Director bei einer Kreativagentur arbeitet, dazu. Jeden zweiten Sonntagmorgen steht sie in der Wohnküche an der Seite von Hauswirtschafterin Anna Surmann, backt Kuchen, rührt Desserts an und kümmert sich um Wäsche und kleine Handgriffe. „Oft sind es die kleinen Dinge, die den Alltag lebenswert machen“, sagt Lu Maschke. „Ein frisch gebackener Kuchen, ein gedeckter Tisch – das bringt Struktur und Wärme.“

Doch ihre Verbindung zum Hospiz reicht viel weiter zurück. Bereits 2004 verbrachte ihre Großmutter dort das letzte halbe Jahr ihres Lebens. „Damals habe ich das Haus von der Seite der Angehörigen kennengelernt und war tief beeindruckt, wie liebevoll und individuell hier mit Menschen umgegangen wird“, erinnert sie sich. Die Wohnküche ist für sie ein besonderer Ort. Hier kommen Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende für gemeinsame Mahlzeiten und persönlichen Austausch zusammen. „Die Menschen können selbstbestimmt teilnehmen, sich austauschen und ein Stück Normalität erleben“, sagt Lu Machke. 

Instagram-Kanal “radeln.fuers.johanneshospiz”

Die Idee zur Fahrradtour entstand aus Notwendigkeit: Immer wieder hörte Lu Maschke, die auch ausgebildete Sterbebegleiterin ist, im Alltag des Hospizes, dass Spenden benötigt werden. Denn gesetzlich vorgeschrieben müssen Hospize fünf Prozent ihrer Kosten über Spenden finanzieren. Für das Johannes-Hospiz sind dies 350.000 Euro pro Jahr. Zusätzlich steht aktuell die Renovierung der Wohnküche an. Schränke sind in die Jahre gekommen, Geräte defekt, und die Technik muss modernisiert werden. Für Lu Maschke war schnell klar: Eine Fahrradtour von Münster über Norddeutschland bis nach Kopenhagen – von Fahrradstadt zu Fahrradstadt – wäre eine schöne Sache für den Monat Mai, da kann sie ihre Freude am Radeln mit einem guten Zweck verbinden. 

Unterwegs teilt sie auf dem Instagram-Kanal „radeln.fuers.johanneshospiz“ Geschichten: aus dem Alltag des Hospizes, von Begegnungen und Momenten, die zeigen, wie viel Menschlichkeit in diesem Ort steckt.

Spenden

Das Johannes-Hospiz kann finanziell unterstützt werden über das Konto: Darlehnskasse Münster
IBAN: DE30 4006 0265 0002 2226 00
BIC: GENODEM1DKM
Verwendungszweck: Radeln fürs Johannes-Hospiz

Mitradeln und Stadtradeln

Mitmachen kann jeder – auf verschiedenen Wegen: Am 1. Mai treffen sich die Teilnehmenden um 9 Uhr am Schlossplatz in Münster. Um 10 Uhr fällt der Startschuss. Wer möchte, kann Lu Maschke den ersten Abschnitt bis nach Lengerich begleiten. Auch während des „Stadtradelns“ in den ersten drei Maiwochen kann man Teil der Aktion werden. In der Gruppe „Radeln fürs Johannes Hospiz“ sammeln Teilnehmende gemeinsam klimafreundliche Kilometer für Münster. Darüber hinaus trägt ein eigens gestaltetes Aktions-T-Shirt die Botschaft der Tour weiter in die Öffentlichkeit. Mit allen diesen Angeboten möchte Lu Maschke auf die Einrichtung aufmerksam machen – und zum Spenden animieren. 

„Ich möchte, dass die Menschen sehen, was ein Hospiz wirklich ist“, sagt sie. Viele hätten Hemmungen oder Ängste, weil sie das Thema Tod mit Distanz betrachten. Doch wer einmal hineinschaut, erlebe einen Ort voller Leben, Begegnung und Würde.

Neben Spenden und Mitstreitern für die Fahrradtour sucht das Johannes-Hospiz auch dauerhaft Unterstützung: Aktuell ist eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr) ab Juli/August 2026 zu besetzen. Wer sich sozial engagieren und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Menschen sammeln möchte, hat dort die Möglichkeit, Teil eines besonderen Teams zu werden.

Ann-Christin Ladermann