Rund 100 Stadtwallfahrer pilgern von Münster nach Telgte
Ein Glückwunsch von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn stand zu Beginn des Pilgergottesdienstes: "Gratulation an alle Fuß- und Fahrradpilgerinnen und -pilger, dass sie durchgehalten und hier in Telgte angekommen sind."
Mit diesen Worten begrüßte er die Stadtwallfahrer aus Münster und Senden sowie weitere Einzelpilger in der Propsteikirche St. Clemens in Telgte. Rund 100 Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten sich am 3. September morgens ab 7 Uhr auf den Weg von Münster nach Telgte begeben. In Begleitung von Weihbischof Zekorn und Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes, Leiter des Referats Wallfahrtsseelsorge im Bistum Münster, pilgerten sie bei zunächst frischen Temperaturen, aber klarem und sonnigem Wetter die rund 13 Kilometer. "Es ist schön, dass wir auf diese Weise miteinander unterwegs sind", erklärte Zekorn.
Zum zweiten Mal mit dabei: das Abbild des Telgter Gnadenbildes, das ein Bildhauer im vergangenen Jahr aus Lindenholz im Kirchenfoyer Münster angefertigt hatte. Passanten und Besucher des Kirchenfoyers hatten über mehrere Wochen den Entstehungsprozess begleiten und unter Anleitung des Künstlers sogar selbst Hand anlegen können. Auf Initiative des Kirchenfoyerleiters Rupert König wanderte das Abbild anschließend durch Münsters Pfarreien und warb für die Stadtwallfahrt.
Als bereits erfahrene Pilger begleiteten sieben Messdienerleiterinnen und –leiter der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser in Münster die Stadtwallfahrt. Sie gaben das Tempo an, sorgten für die Sicherheit der Mitpilgernden und dienten beim anschließenden Pilgergottesdienst am Altar. "Es ist schön, zusammen unterwegs zu sein", sagte Tobias Timphues. Der 23-Jährige war als Jugendlicher bereits mehrere Jahre dabei und pilgerte nun nach längerer Pause erstmals wieder mit. Messdienerkollege Karl Tovar schloss sich seiner Meinung an: "Es ist zuallererst die Gemeinschaft, die mich schon zum vierten Mal hat mitlaufen lassen", berichtete der 19-Jährige. So seltsam das aus dem Mund eines jungen Erwachsenen klinge, es reize ihn auch das frühe Aufstehen. "Ich habe mittags, wenn ich wieder zu Hause bin, das Gefühl, das Tagespensum schon erreicht zu haben. Man hat sich körperlich betätigt, Zeit mit Freunden verbracht und Zeit für sich gehabt", erklärte er.
Der Frage, was ein ähnlich zufriedenes Gefühl in einem Menschen verursache, ging Weihbischof Zekorn in seiner Predigt nach. In Anlehnung an den Text des Sonntagsevangeliums hob er hervor: "Wenn wir im Leben nur nach Glück, Gesundheit, ein langes Leben, Liebe und Erfolg streben, haben wir die Rechnung ohne Gott gemacht." Wer sein Leben nur nach diesen Kriterien ausrichte, lebe am Leben und an sich selbst vorbei. Einen besonderen Stellenwert nehme die Liebe ein, "denn da, wo wir lieben, sind wir bereit uns zu verschenken". Jesus lade die Menschen ein, diese Haltung der Liebe zum Lebensentwurf für das ganze Leben zu machen. Vorbild könne dabei die Gottesmutter Maria sein.
Bildunterschriften: Wallfahrt: Rund 100 Pilgerinnen und Pilger machten sich ab morgens 7 Uhr zu Fuß auf den Weg von Münster nach Telgte.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 03.09.2017
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Foto: Rupert König
