Nach der Begrüßung durch Schulleiter Peter Garmann lernte Feller das Kollegium kennen und gewann bei einem Rundgang durch die Schule praktische Einblicke in die Berufsfachschule für Erziehung, Soziales und Gesundheit, das Berufliche Gymnasium Ernährung sowie die Höhere Handelsschule.
Besonders interessierte sich Ministerin Feller für eine Klasse der zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistenz, die sich speziell an Menschen mit Zuwanderungs- und Fluchterfahrung richtet. Die Schülerinnen bereiten sich derzeit auf ihre Praktika in sozialen Einrichtungen vor. Viele von ihnen streben anschließend Tätigkeiten in Kindertageseinrichtungen, der Pflege oder der Arbeit mit Menschen mit Behinderung an.
Garmann erläuterte das Konzept: „Wir wollten Menschen mit Fluchterfahrung eine echte berufliche Perspektive bieten. Viele bringen bereits Qualifikationen aus ihren Herkunftsländern mit und sind hoch motiviert, im sozialen Bereich zu arbeiten.“ Gleichzeitig wachse durch die Ausbildung das Selbstvertrauen der Teilnehmenden, weiß Silke Hüppe, stellvertretende Schulleiterin: „Wir erleben, wie stark diese Schülerinnen an sich selbst wachsen und wie wichtig es für sie ist, Teil unserer Gesellschaft zu sein.“
„Die Berufskollegs spielen im Schulsystem Nordrhein-Westfalen eine ganz wichtige Rolle.“
In einer Ansprache vor dem Kollegium unterstrich Ministerin Feller die zentrale Rolle der Berufskollegs im Bildungssystem des Landes. „Die Berufskollegs spielen im Schulsystem Nordrhein-Westfalen eine ganz wichtige Rolle“, sagte sie. In Gesprächen mit Wirtschafts- und Handwerksverbänden werde immer wieder betont, wie bedeutend die berufliche Bildung sei: „Wir werben dafür, dass berufliche Bildung und akademische Bildung uns gleich viel wert sind.“ Ein besonderes Anliegen sei es, die Möglichkeiten des Abiturs an Berufskollegs stärker bekannt zu machen.
Ministerin Feller sprach dem Team der Schule ihren Dank für die Arbeit und das Engagement aus: „Die Arbeit, die Sie leisten, ist nichts weniger als ein großes Stück Demokratiesicherung“, wandte sie sich an das Kollegium. Neben fachlichen Kompetenzen seien insbesondere Lesen, Schreiben, Rechnen sowie demokratische Grundwerte entscheidend, um junge Menschen auf ihre Zukunft vorzubereiten.
Bessere Information, um mehr junge Menschen zu gewinnen
In einer anschließenden Gesprächsrunde tauschte sich die Ministerin mit Vertreterinnen und Vertretern der Schule, des Schulträgers sowie mit Schülervertreterinnen und -vertretern aus. Dabei ging es unter anderem um den Übergang von allgemeinbildenden Schulen zu Berufskollegs sowie um Wege, berufliche Bildung noch sichtbarer zu machen.
Aus Sicht des Schulträgers war der Besuch ein wichtiges Signal: „Wir freuen uns sehr darüber, dass Ministerin Feller die Bedeutung der Ersatzschulen für die Bildungslandschaft in Nordrhein-Westfalen hervorgehoben hat“, erklärte Niels Hakenes, Leiter der Abteilung Bildungs- und Schulentwicklung im Bistum Münster.
Silke Hüppe begrüßte die angekündigten Maßnahmen zur Stärkung dieser Übergänge: „Für uns ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler frühzeitig erfahren, welche Möglichkeiten Berufskollegs bieten. Eine bessere Information kann helfen, mehr junge Menschen für diesen Bildungsweg zu gewinnen.“
Ann-Christin Ladermann









