Spiritual Care gewinnt an Bedeutung

, Bistum Münster

Spiritualität ist für viele Menschen gerade in Krankheit und Krisen eine wichtige Kraftquelle. Wie diese Begleitung künftig aussehen kann und welche Rolle die Krankenhausseelsorge in modernen Kliniken spielt, war Thema einer Fachtagung des Bistums Münster in Rheine-Bentlage. Rund 70 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger kamen dazu in der Bildungseinrichtung Kubus zusammen.
 

Zum Auftakt begrüßte Dr. Leo Wittenbecher, Fachreferent für Krankenhausseelsorge im Bistum Münster und leitender Klinikpfarrer am Universitätsklinikum Münster, die Teilnehmenden. Er erinnerte daran, dass der neu ernannte Bischof für das Bistum Münster, Dr. Heiner Wilmer, bereits in seiner ersten Ansprache „verwundete Menschen“ ins Zentrum kirchlichen Handelns gestellt habe. Für diese Aufgabe sei die Krankenhausseelsorge im Bistum gut vorbereitet.

Einen Schwerpunkt setzte der Vortrag von Dr. Florian Bernhardt vom Westdeutschen Tumorzentrum. Der Facharzt für Hämatologie und Palliativmedizin betonte, dass Spiritual Care zunehmend ein fester Bestandteil multiprofessioneller Behandlungsteams werde. Studien belegten positive Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten, Angehörige und das medizinische Personal. Auch Krankenhäuser profitierten davon, wenn Seelsorge strukturell in Behandlungsabläufe eingebunden sei.

Zugleich wies Bernhardt auf Veränderungen durch die Digitalisierung hin. Diese werde künftig stärker zur Steuerung von Ressourcen genutzt und ermögliche neue Formen der Zusammenarbeit. Vor dem Hintergrund begrenzter personeller Ressourcen sei es wichtig, spirituelle Bedarfe von Patientinnen und Patienten frühzeitig und systematisch zu erfassen. Standardisierte Verfahren könnten helfen, diese Bedarfe zuverlässig zu erkennen und passende Unterstützungsangebote bereitzustellen.

Während der gesamten Tagung begleitete Pfarrer Jochen Wolff von der Universität Witten/Herdecke das Thema „Professionalisierung der Klinikseelsorge“. Je stärker Seelsorge in organisatorische Abläufe eingebunden werde, desto wichtiger sei es, Aufgaben, Kompetenzen und Leistungen klar zu benennen. Dies erleichtere die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und stärke die Rolle der Seelsorge im Klinikalltag.

In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmenden über Fragen von Lebenssinn und persönlicher Spiritualität aus. Dabei wurde deutlich, dass viele Menschen heute offen für individuelle Formen spiritueller Orientierung sind. Fachleute sehen darin eine wichtige Ressource, besonders in schweren Krankheitsphasen und am Lebensende.

Bildunterschrift: 70 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger bildeten sich zur Bedeutung von Spiritual Care fort.
Foto: Spiritual Care – Seelsorge am UKM