St.-Norbert-Kirche in Bocholt soll Kultur- und Begegnungsort werden

, Kreisdekanat Borken

Nach 60 Jahren als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Gemeindeentwicklung steht die St.-Norbert-Kirche in Bocholt vor einem Wandel. Die Pfarrei St. Georg hat angesichts sinkender Kirchenbesucherzahlen, wachsender Verantwortungsbereiche und rückläufiger Einnahmen bereits vor einiger Zeit beschlossen, das Kirchengebäude zu veräußern. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, die den Standort weiterhin lebendig hält.
 

Nach 60 Jahren als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Gemeindeentwicklung steht die St.-Norbert-Kirche in Bocholt vor einem Wandel.

© Pfarrei St. Georg Bocholt

Nach intensiven Gesprächen plant ein Investor, die St.-Norbert-Kirche zu erwerben und sie dem Kulturort Alte Molkerei zur Verfügung zu stellen. Damit würde das denkmalgeschützte Gebäude als Kultur- und Begegnungsort erhalten bleiben und künftig Konzerte, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen beherbergen. Die äußere Gestalt der Kirche bleibt aufgrund des Denkmalschutzes unverändert, während im Inneren eine Umgestaltung zur kulturellen Nutzung vorgesehen ist.

Die Profanierung der Kirche ist für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen. In einem gemeinsamen Schreiben, das am zurückliegenden Wochenende in allen Gottesdiensten verlesen wurde, rufen Pfarrer Matthias Hembrock, stellvertretend für den Kirchenvorstand, und Jochen Hebing für den Vorstand der Alten Molkerei zu einer gemeinsamen Gestaltung des Abschieds auf: „Die Pfarrei möchte die kommenden Schritte gemeinsam mit allen gehen, die sich mit der St.-Norbert-Kirche verbunden fühlen.“ Ideen und Wünsche für den Übergang seien willkommen.

Unverändert im Besitz der Pfarrei bleiben die Kita St. Norbert und das Pfarrheim samt Außengelände. Auch das Gerburgisheim des Caritasverbandes sowie das ehemalige Pfarrhaus sind vom Verkauf nicht betroffen.

Der Kulturort Alte Molkerei, seit 2001 an der Werther Straße beheimatet und ausschließlich ehrenamtlich betrieben, sieht im möglichen Umzug eine große Zukunftschance: bessere räumliche Bedingungen, Barrierefreiheit und eine langfristige Perspektive. Während der Vermieter des bisherigen Areals seit längerem nach einem Käufer sucht, befindet sich der Verein bereits in engen Gesprächen mit einem noch nicht öffentlich genannten Investor. Ein Bocholter Architekturbüro prüft derzeit die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Umbaus. Zudem sucht der Verein Sponsoren, um gemeinsam mit dem Investor die erforderlichen Investitionen zu stemmen. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Bocholt und dem Denkmalschutz wird konstruktiv verfolgt.

„Alle Beteiligten hoffen auf positive Ergebnisse und erfolgreiche Weiterführung der Alten Molkerei in der St.-Norbert-Kirche“, heißt es am Schluss des Schreibens.