Im Bistum Münster gibt es derzeit 25 Gemeinden anderer Sprachen und Riten. In insgesamt 18 Sprachen feiern sie an mehr als 90 Orten Gottesdienste. Rund zwölf bis 16 Prozent der Katholikinnen und Katholiken im Bistum haben ihre Wurzeln in einem anderen Land. Beim Besuch des Studienkurses würdigte Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers das Engagement der Teilnehmenden: „Ihr seid Ausdruck dessen, dass wir eine Weltkirche sind.“ Zugleich betonte er, wie wichtig es sei, dass Menschen „Heimat und Anbindung in ihrer eigenen Sprache finden“.
Der Studienkurs fand im Priesterseminar Collegium Borromaeum statt und wurde von Joana Gewand, Referentin für die Seelsorge in anderen Sprachen und Riten, geleitet. Inhaltlich setzte sich die Gruppe intensiv mit dem Glaubensbekenntnis auseinander. Der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings, Bischöflicher Beauftragter für die Seelsorge in anderen Sprachen und Riten, beleuchtete dieses aus unterschiedlichen theologischen und pastoralen Perspektiven. Besonders hob er die Begriffe Katholizität, Universalität und Interkulturalität hervor. Im Mittelpunkt stand die Frage, was das Glaubensbekenntnis über Einheit und Vielfalt der Kirche aussagt. Geerlings machte deutlich: „Identität wächst nicht aus Abgrenzung, sondern aus dem Evangelium. Das Evangelium ist universal, die Ausprägung muss immer auf den jeweiligen Kontext und die Kultur bezogen werden.“ Dazu leisteten die Gemeinden anderer Sprachen und Riten im Bistum Münster einen großen Beitrag und seien eine Bereicherung.
Auch die Rolle der Gemeinden anderer Sprachen und Riten innerhalb der Pastoralen Räume war ein Thema der Woche. Gemeinsam mit Daniel Gewand, Geschäftsführer des Prozesses zur Entwicklung Pastoraler Strukturen, kamen die Teilnehmenden zum Ergebnis, dass die Gemeinden als pastorale Orte fest in die Pastoralen Räume eingebunden sind. Dabei stellten die Seelsorgenden klar: „Wir sind keine Konkurrenz zu den kirchlichen Angeboten, sondern eine Ergänzung.“
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die 2024 erschienenen Leitlinien für die Seelsorge in anderen Sprachen und Riten der Deutschen Bischofskonferenz. Nationaldirektor Dr. Lukas Schreiber stellte diese vor und unterstrich ihren übergreifenden Anspruch: Die Leitlinien seien ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung der katholischen Kirche insgesamt im Umgang mit Vielfalt.
Zum Programm gehörte außerdem eine Exkursion nach Dinklage auf den Spuren von Clemens August Kardinal Graf von Galen. Schwester Carola vermittelte den Besuchern dabei eindrucksvoll die Geschichte des Klosters und das Leben des früheren Bischofs von Münster.
