
Eine Gruppe von Teilnehmenden sitzt an einem runden Tisch in einem Seminarraum und diskutiert gemeinsam.
© Nele KruseUm diesen Fragen nachzugehen, gaben Prof. Dr. Florian Eßer und Dr.in phil. Sylvia Jäde von der Universität Osnabrück in ihrer Vortragsreihe Offene Kinder- und Jugendarbeit im Spiegel aktueller Entwicklungen vielfältige Impulse und traten aktiv in den Austausch mit den insgesamt 60 Teilnehmenden des Studientages.
„Adultismus bedeutet, dass wir nicht zusammen mit den Kindern und Jugendlichen Angebote entwickeln, sondern ihnen etwas vorsetzen, von dem wir als Erwachsene glauben, dass dies für sie geeignet ist – das widerspricht dem grundlegenden partizipativen Ansatz von Jugendarbeit“ machte Prof. Dr. Eßer in seinem Eingangsreferat deutlich.
Dr.in Sylvia Jäde machte anschließend mit einer Einordnung zum Thema ‚Elternarbeit‘ klar, dass „es weder nur mit noch ganz ohne Eltern geht. Vielmehr ist hier die Sensibilität der Hauptberuflichen gefordert. Auch wenn Eltern nicht in der Einrichtung auftauchen: Jeder junge Mensch hat sein häusliches Umfeld im Gepäck.“
Im NRW-Teil des Bistums gibt es zahlreiche OKJA-Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft von Pfarreien oder Verbänden bzw. in Trägerverbünden mit katholischer Beteiligung. „Das Engagement von uns als katholische Kirche in diesem Bereich ist ein unverzichtbarer Baustein in der sozialen Infrastruktur. Insbesondere für Kinder und Jugendliche, die sich nicht in anderen Angebotsformen der kirchlichen Jugendarbeit wiederfinden, sind unsere Einrichtungen ein wichtiger und sicherer Ort in ihrem Lebensalltag. Dort sind sie willkommen, können sich ausprobieren und finden kompetente Ansprechpartner für ihre Anliegen“ betont Beate Willenbrink, Leiterin des Sachgebietes Jugendpastoral, die Wichtigkeit dieses Bereiches. Für die Begleitung der knapp 120 Einrichtungen steht das Bistum Münster mit dem Sachgebiet Jugendpastoral als Fachberatung zur Verfügung.
Offene Jugendarbeit zwischen Eigenständigkeit und widersprüchlichen Anforderungen – unter dieser Überschrift stand der zweite des Studientages. In einer Workshopphase konnten die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse aus den Referatsteilen vertiefen und konkrete Handlungsimpulse für ihre Arbeit in den Einrichtungen entwickeln.
„Wir freuen uns, dass die Studientagung so breite Resonanz gefunden hat. Die vielen Rückmeldungen der Teilnehmenden bestärken uns darin, dass wir mit der Wahl des Themas einen Nerv bei den Fachkräften getroffen haben“, zieht Sylvia Rüschenschmidt vom Fachberaterteam des Sachgebietes Jugendpastoral ein erstes Fazit der Veranstaltung.
Diese Einschätzung unterstreicht Malin Beuner, Leiterin des Treff 17 in Münster: „Meine Besuchenden sind zum großen Teil Kinder im Grundschulalter, was eigentlich gut so ist. Ich habe hier wichtige Anregungen bekommen, wie ich mit meinem Team auch altersgerechte Angebote für Jugendliche umsetzen kann.“
„In meiner Einrichtung sind unterschiedliche Altersgruppen vertreten. Es ist sehr herausfordernd, deren unterschiedliche Interessen auszugleichen, was oft zu Konflikten führt. Die Inputs und insbesondere der aktive Austausch mit den anderen Fachkräften waren sehr hilfreich,“ berichtet Chris Helmig, Leiter des Jugendzentrums der Pfarrei Hl. Kreuz in Münster.
Marko Marincel
Hier gibt es weitere Infos zum Sachgebiet Jugendpastoral.
