Die Arbeit unter Tage sei eine ganz eigene Welt gewesen, erzählt Traud. Dunkelheit, Hitze und lange Schichten gehörten zum Alltag. Doch entscheidend sei etwas anderes gewesen: der Zusammenhalt. „Bergmannsarbeit ist Teamarbeit – keiner arbeitet allein“, sagt er im Gespräch mit Moderatorin Ann-Christin Ladermann. Im Laufe der Jahre wuchs die Verantwortung. Als Führungskraft und später als Direktor musste Traud Entscheidungen treffen und für viele Menschen Verantwortung übernehmen. Gute Arbeit bedeute für ihn mehr als nur Leistung. „Ich muss zufrieden sein – ich muss ein gutes Gefühl haben bei dem, was ich tue“, sagt er in der halbstündigen Folge.
Nach dem Ende seines Berufslebens ergab sich eine neue Aufgabe. Ein Pfarrer fragte ihn, ob er sich vorstellen könne, ehrenamtlich Beerdigungen zu begleiten. Zunächst zögerte er, doch dann sagte er zu. Heute begleitet er Angehörige in einer der schwersten Phasen ihres Lebens. Dabei geht es für ihn vor allem um Vertrauen. „Die Menschen vertrauen darauf, dass ich eine Begleitung übernehme, die ihnen Trost spendet“, sagt Traud. Zuhören sei dabei eine der wichtigsten Fähigkeiten. „Mit einem hörenden Herz den Menschen zuzuhören – das ist ja auch schon Glaube.“
Die komplette Podcast-Folge mit Wolfgang Traud sowie weitere Folgen von „kannste glauben“ gibt es im Internet auf www.kannste-glauben.de, bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.
Bildunterschrift: Der frühere Bergmann Wolfgang Traud aus Duisburg-Walsum ist zu Gast in der neuen Folge von „kannste glauben“.
