Jugendliche radikalisieren sich immer mehr. Schülerinnen und Schüler lassen sich im Netz immer leichter massiv beeinflussen. Die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Ambiguitätstoleranz geht drastisch zurück. Gesellschaft und Schule – und damit der Religionsunterricht – erleben eine veritable Krise und einen regelrechten Kontrollverlust.
Diese kurze Analyse ist nicht neu – und auch nicht das Gegenmittel, das häufig genannt wird: Demokratieförderung, auch und besonders im Fachunterricht – und damit eben auch im Religionsunterricht. Was aber bedeutet diese Analyse wirklich und was bedeutet das praktisch für Schule und Religionsunterricht?
Diese Fortbildung lädt ein zu Information und Reflexion, um in das Dickicht der oben skizzierten Krise etwas Klarheit zu bringen. Dies soll praktisch in Form einer „digitalen Fishbowl” geschehen.
Im ersten Schritt werden die Referierenden aus ihrer Perspektive jeweils einen inhaltlichen Fachimpuls geben. Sie setzen sich auseinander mit Beispielen und Funktionsweise des Influencings, mit Formen religiöser Radikalisierung und mit der Mechanik von religiöser und politischer Radikalisierung in Social Media.
Im zweiten Schritt werden die Referierenden miteinander ins Gespräch gehen und sich gegenseitig Resonanz geben.
Im Anschluss daran wird die Frage „Was bedeutet dies für den Religionsunterricht und was kann/muss im Religionsunterricht praktisch passieren?” im Mittelpunkt stehen. Mit dieser Frage wird das Plenum eröffnet.
Angestrebt wird, ausgehend von diesen Impulsen und der gemeinsamen Diskussion, ein grundsätzlicher Zugang zu der Frage, was inhaltlicher Bestand von Demokratieförderung im Religionsunterricht sein kann (oder vielleicht auch sein muss) und welche praktischen Spuren es gibt – oder noch entwickelt werden müssen. Insofern ist diese Veranstaltung auch als Auftakt gedacht, um das Thema „der Beitrag des Religionsunterrichts zur Demokratieförderung” systematisch zu verfolgen.
Bezug zum Referenzrahmen Schulqualität:
2.10 Lernen und Lehren im digitalen Wandel
3.1 Werte- und Normenreflexion
3.3 Demokratische Gestaltung
3.4 Kommunikation, Kooperation und Vernetzung
Referentinnen, Referent
Katharina Engel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg
Abdulkerim Şenel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster
Luisa Wellems, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster
Leitung
Dr. Heiko Overmeyer
Diese Fortbildung findet online statt

