© Bistum Münster/Canva

Wiedervorlage

Die Leitungsteams in den Pastoralen Räume haben ihre Arbeit aufgenommen, vieles weitere ist auf den Weg gebracht worden. Damit der Prozess zur Entwicklung pastoraler Strukturen – kurz PEPS – nicht in Vergessenheit gerät, beziehungsweise alle Interessierten über den weiteren Verlauf informiert sein können, gibt es künftig eine monatliche „Wiedervorlage“. Dabei handelt es sich um ein internes Format, bei dem jeweils der aktuelle Stand eines Themas im Mittelpunkt steht. Gesprächspartnerinnen und -partner sind die jeweils mit dem Thema beschäftigen Mitarbeitenden im BGV.

Im Juli geht es um das Coaching-Angebot. Auskunft darüber geben Christoph Speicher von der Kirchlichen Organisationsberatung und Iris Horstmann vom Sachgebiet Supervision und Coaching sowie Thorsten Löhring aus der Kirchenentwicklung.

Gerade in der Anfangsphase neuer Teams, Gremien oder Pastoraler Räume entfalten Coaching und Supervision einen besonderen Mehrwert. Genau dazu soll das „Türöffner“-Angebot im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung pastoraler Strukturen dienen.

Supervision und Coaching unterstützen dabei, Rollen und Erwartungen zu klären, Aufgaben sinnvoll und talentorientiert zu verteilen und eingefahrene Muster zu durchbrechen. Statt Zuständigkeiten automatisch fortzuschreiben, eröffnen sie die Möglichkeit, Verantwortung neu zu denken und an Kompetenzen, Interessen und Ressourcen auszurichten.

Zugleich bieten Coaching und Supervision einen geschützten Reflexionsraum, in dem Unsicherheiten angesprochen, gemeinsame Ziele entwickelt und gruppendynamische Prozesse konstruktiv gestaltet werden können. Sie helfen dabei, aus einer Phase des Suchens und Orientierens ein tragfähiges Fundament für die weitere Zusammenarbeit entstehen zu lassen. So wird aus einem Unsicherheitsraum schrittweise ein Sicherheitsraum.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stärkung von Resilienzfaktoren. Besonders für freiwillig Engagierte gilt: Sie sollen nicht als Lückenbüßer für fehlende hauptamtliche Ressourcen eingesetzt werden, sondern ihr Engagement soll nachhaltig, motivierend und gesund gestaltet werden. Coaching unterstützt dabei, eine gute Balance zwischen Engagement und persönlichem Leben zu finden, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und Überforderung vorzubeugen. Resilienz Fragen gelten natürlich nicht nur für freiwillige Engagiert, sondern auch für Hauptamtliche in multiprofessionellen Teams.

Schließlich lädt das Angebot dazu ein, den persönlichen und gemeinschaftlichen Gewinn bewusst in den Blick zu nehmen. Die Reflexion über Erfahrungen, Motivation und Wirkung stärkt nicht nur die Einzelnen, sondern auch die Zusammenarbeit im Pastoralen Raum. Coaching und Supervision sind damit keine Angebote für den Ausnahmefall, sondern wertvolle Begleiter für einen gelingenden Start und eine nachhaltige Entwicklung.

Aktuell gibt es fünf Pastorale Räume, in denen mit einem gemischten Tandem aus Supervision und kirchlicher Organisationsberatung Leitungsteams bei ihren ersten Schritten in der neuen Aufgabe begleiten. Übrigens gilt das Coachingangebot auch für Pfarreien, die ohne leitenden Pfarrer vor Ort ein Beauftragtenteam bilden und so gemeinsam als freiwillig Engagierte und Hauptberufliche die Pfarrei leiten – in Zusammenarbeit mit einem moderierenden Priester. Vier Pfarreien, die durch ein Beauftragtenteam geleitet werden, machen aktuell von dem Coaching-Angebot Gebrauch.

Noch stehen alle Leitungsteams in den Pastoralen Räumen am Anfang ihrer neuen Aufgabe. In einer digitalen Sprechstunde zum Coachingangebot versicherten eine freiwillig Engagierte, zwei Verwaltungsleitungen und eine hauptberufliche Seelsorgerin, dass sie noch in der Findungsphase seien, und das Coachingangebot vermutlich in einer späteren Phase ihrer Teamentwicklung in Anspruch nehmen werden. Jetzt seien sie motiviert unterwegs und seien dabei, ihre neuen Aufgaben zu sortieren und sich zu organisieren.

Ein Leitungsteam ist mit einem speziellen Themenwunsch ins Coaching gegangen: Vernetzung im Sozialraum. Alle übrigen, in denen das Coachingangebot „Türöffner“ gerade begonnen hat, beschäftigen sich mit ihren neuen Rollen und Aufgaben, und wie sie diese im Zueinander von Haupt- und Ehrenamtlichen organisieren können.

In den vergangenen Monaten haben neben dem Coaching-Angebot unter anderem auch Teamtage und Sprechstunden zu unterschiedlichen Themen stattgefunden, sagt Thorsten Löhring vom Fachbereich Kirche im Pastoralen Raum. Zudem gibt es ab dem kommenden Herbst Konferenzen der Leitungsteams auf Kreisdekanatsebene.

Im Austausch gelte es hinzuhören, betont Löhring, ob und welchen weiteren Unterstützungsbedarf es gibt, um künftig weitere Angebote zu entwickeln: „Uns ist wichtig, dass die Leitungsteams die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um ihre Aufgaben jetzt und zukünftig gut zu bewältigen.“

Text: Gudrun Niewöhner

Bei Interesse am Coachingangebot:

Bei Fragen zur Leitung im Pastoralen Raum: