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Wiedervorlage

Die Leitungsteams in den Pastoralen Räume haben ihre Arbeit aufgenommen, vieles weitere ist auf den Weg gebracht worden. Damit der Prozess zur Entwicklung pastoraler Strukturen – kurz PEPS – nicht in Vergessenheit gerät, beziehungsweise alle Interessierten über den weiteren Verlauf informiert sein können, gibt es künftig eine monatliche „Wiedervorlage“. Dabei handelt es sich um ein internes Format, bei dem jeweils der aktuelle Stand eines Themas im Mittelpunkt steht. Gesprächspartnerinnen und -partner sind die jeweils mit dem Thema beschäftigen Mitarbeitenden im BGV.

In der September-Wiedervorlage geht es um die Verwaltungsleitung in den Pastoralen Räumen:
Personalführung, Finanzen, Gebäude, Gremienarbeit und organisatorische Fragen: Die Verwaltung einer Pfarrei ist vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Verwaltungsleitungen auf der Ebene des Pastoralen Raums sollen Pfarreileitungen und Ehrenamtliche deshalb künftig entlasten, Verantwortung übernehmen und die Zusammenarbeit im Pastoralen Raum stärken.

Bis September 2026 konnten in acht der insgesamt 39 Pastoralen Räumen Verwaltungsleitungen eingesetzt werden. Damit profitieren bereits 26 Pfarreien von der neuen Verwaltungsstruktur. Darüber hinaus liegen aus weiteren 20 Pastoralen Räumen konkrete Anfragen vor. Bis 2030 soll es in allen Pastoralen Räumen im NRW-Teil des Bistums Münster Verwaltungsleitungen geben, die hauptamtlich Verantwortung für die Verwaltung im Pastoralen Raum übernehmen, Themen pfarreiübergreifend bündeln und dafür sorgen, dass Verwaltungsaufgaben strukturiert, rechtssicher und nachvollziehbar bearbeitet werden.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass klare Rollen, verbindliche Absprachen und eine regelmäßige Kommunikation gerade zu Beginn des Implementierungsprozesses entscheidend sind. Eine wichtige Grundlage bildet der gemeinsam entwickelte Geschäftsverteilungsplan. Er klärt, wer wofür Verantwortung trägt, wer welche Aufgaben durchführt, wer zu beteiligen und zu informieren ist. 

Bewährt haben sich feste Dienstbesprechungen zwischen Verwaltungsleitung und Verwaltungsreferentinnen beziehungsweise -referenten in den Pfarreien, regelmäßige Rücksprachen der Verwaltungsleitung mit der Pfarreileitung sowie eine enge Abstimmung mit der jeweiligen Zentralrendantur. Dort werden Themen priorisiert, Zuständigkeiten geklärt, fachliche Beteiligungen abgestimmt und offene Punkte nachgehalten. So entsteht schrittweise eine verlässliche Zusammenarbeit. 

Die bisherigen Implementierungsprozesse zeigen einen deutlichen Struktur- und Entlastungsgewinn. Gleichzeitig braucht es aber Zeit: Rollen müssen geklärt, Vertrauen aufgebaut und Prozesse eingeübt werden. Entscheidend sind klare Befugnisse, verbindliche Abläufe und eine Rollenklärung. 

Das Sachgebiet „Personal und Koordination kirchengemeindliche Verwaltung (S113)“ begleitet die Einführung eng. Es finden regelmäßig Reflexionsgespräche mit der Verwaltungsleitung, den Verwaltungsreferentinnen und -referenten, der Pfarreileitung, dem Leitungsteam des Pastoralen Raums und der zuständigen Zentralrendantur statt. In diesen Gesprächen werden Praxiserfahrungen gesammelt und ausgewertet, Rollen und Schnittstellen überprüft, Lösungen für konkrete Fragen entwickelt und gemeinsame Prioritäten gesetzt. Zudem wird regelmäßig evaluiert, ob Zuständigkeiten, Arbeitsabläufe und Entlastungswirkungen greifen oder angepasst werden müssen. 

Die Einführung wird schrittweise bis 2030 in allen Pastoralen Räumen fortgesetzt. Die Erfahrungen aus den bereits begleiteten Pastoralen Räumen fließen laufend in die Weiterentwicklung von Aufgabenbeschreibungen, Geschäftsverteilung, Qualifizierung und Unterstützungsangeboten ein. Ziel ist eine verlässliche, professionelle und ortsnahe Verwaltungsstruktur, die die rechtliche Verantwortung der Kirchengemeinden wahrt und zugleich die Zusammenarbeit im Pastoralen Raum stärkt. 

Archiv

August 2026: Beauftragtenteams nach Can. 517 § 2

Im August geht es um die Pfarreileitung nach Can. 517 § 2 CIC. Auskunft darüber geben Dr. Elisa Prkačin vom Referat Kirchenentwicklung und Personalreferent Matthias Mamot aus der Abteilung Seelsorge-Personal.

Beauftragtenteams nach Can. 517 § 2

Im Bistum Münster werden aktuell elf Pfarreien auf der Grundlage von Can. 517 § 2 CIC des kirchlichen Gesetzbuches der katholischen Kirche geleitet. Vier Pfarreien bereiten sich derzeit auf diese neue Leitungsform auf Ebene der Pfarrei vor. Das bedeutet, dass entweder mehrere Personen in einem „Beauftragtenteam“ aus haupt- und ehrenamtlich Tätigen oder eine Person als hauptamtlich tätiger „Pfarrbeauftragte/r“ gemeinsam mit einem moderierenden Priester mit der Wahrnehmung von Leitungsaufgaben in der pfarrlichen Seelsorge beauftragt werden. Während der Anlass dazu in der schwindenden Anzahl an Priestern liegt, besteht der tiefere Grund in der Taufwürde und Berufung aller Christinnen und Christen, Verantwortung für die Sendung der Kirche wahrzunehmen und Seelsorge ortsnah zu gestalten.

Ein diözesanes Statut (veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt Münster, Ausgabe 2024/11, Art. 159) bildet dafür den Orientierungsrahmen. Zugleich bleibt Leitung immer auf die konkrete Situation vor Ort bezogen: Sie muss zu den Menschen, ihren Lebenswirklichkeiten und den jeweiligen pastoralen Herausforderungen einer Pfarrei passen. Genauso unterschiedlich entwickeln sich auch die Leitungsformen der einzelnen Pfarreien und bringen jeweils eigene Erfahrungen und Wege hervor: Aus den bisherigen Erfahrungen mit Beauftragtenteams lassen sich besonders drei Einsichten gewinnen:

  1. Ein ermöglichender Stil von Leitung
    Wo Leitung so wahrgenommen wird, dass möglichst vielen Charismen und Berufungen Raum gegeben wird, kann Verantwortung gemeinsam getragen und Kirche vielfältiger gestaltet werden. Leitung dient nicht sich selbst, sondern eröffnet Raum für die Teilhabe aller Christinnen und Christen an der Sendung der Kirche.
     
  2. Synodale Leitung braucht Vertrauen und eine wertschätzende Kultur des Miteinanders
    Gemeinsame Verantwortung gelingt dort, wo Menschen einander zuhören, Entscheidungen gemeinsam getragen und Leitung als Dienst verstanden wird. Dies bedarf einer offenen und wertschätzenden Haltung zwischen Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen sowie allen Menschen gegenüber.
     
  3. Ortsnahe Seelsorge in der Gegenwart
    Die Erfahrungen, die neue Formen gemeinsamer Leitung machen, eröffnen wertvolle Lernräume dafür, wie Kirche in Zeiten tiefgreifender Umbrüche zukunftsfähig bleiben kann und welche Veränderungen es braucht, damit Seelsorge nahe bei den Menschen bleibt. 
     

Alle Beauftragtenteams und Pfarrbeauftragte machen sich mit hohem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Freude gemeinsam auf den Weg. 

Erfahrungsgemäß bedarf es am Beginn der Arbeit in gemeinsam getragener Verantwortung einer Orientierung, was die Beauftragung zur Pfarreileitung bedeutet.

Sie werden dabei von Ansprechpersonen aus dem Fachbereich Pastoral- und Personalentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat begleitet.  

Diejenigen, die sich in einem Beauftragtenteam oder als Pfarrbeauftragte engagieren, müssen und wollen wissen, welche Aufgaben auf sie zukommen und welchen Umfang das Engagement hat. 

Sowohl für die Zusammenarbeit müssen Aufgaben verteilt und Rollen geklärt werden. Das wird im Vorfeld der Beauftragung und am Beginn der gemeinsamen Arbeit als aufwändig erlebt, erleichtert dann aber die Wahrnehmung der „eigentlichen“ Pfarreileitung. 

Entlastend ist für alle Beteiligten, dass die Verantwortung sich auf mehrere Schultern verteilt – Achtsamkeit bedarf es dabei, sich nicht im „Klein-Klein des pfarrlichen Alltags“, das gleichwohl dazu gehört, zu verlieren. 

Die Beauftragung zur Mitarbeit in einer Pfarreileitung wird nach unserer Wahrnehmung als anspruchsvoll, herausfordernd aber auch bereichernd erlebt. 

Wichtig ist und bleibt, dass die Beauftragtenteams und Pfarrbeauftragten, so wie zuvor die Leitenden Pfarrer, von den weiteren Akteuren einer Pfarrei unterstützt werden – insbesondere auch von den Gremien (Pfarreirat und Kirchenvorstand). 

Bei Fragen zur Pfarreileitung nach Can. 517 § 2 CIC:

 

Juli 2026: Coaching-Angebot

Im Juli geht es um das Coaching-Angebot. Auskunft darüber geben Christoph Speicher von der Kirchlichen Organisationsberatung und Iris Horstmann vom Sachgebiet Supervision und Coaching sowie Thorsten Löhring aus der Kirchenentwicklung.

Gerade in der Anfangsphase neuer Teams, Gremien oder Pastoraler Räume entfalten Coaching und Supervision einen besonderen Mehrwert. Genau dazu soll das „Türöffner“-Angebot im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung pastoraler Strukturen dienen.

Supervision und Coaching unterstützen dabei, Rollen und Erwartungen zu klären, Aufgaben sinnvoll und talentorientiert zu verteilen und eingefahrene Muster zu durchbrechen. Statt Zuständigkeiten automatisch fortzuschreiben, eröffnen sie die Möglichkeit, Verantwortung neu zu denken und an Kompetenzen, Interessen und Ressourcen auszurichten.

Zugleich bieten Coaching und Supervision einen geschützten Reflexionsraum, in dem Unsicherheiten angesprochen, gemeinsame Ziele entwickelt und gruppendynamische Prozesse konstruktiv gestaltet werden können. Sie helfen dabei, aus einer Phase des Suchens und Orientierens ein tragfähiges Fundament für die weitere Zusammenarbeit entstehen zu lassen. So wird aus einem Unsicherheitsraum schrittweise ein Sicherheitsraum.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stärkung von Resilienzfaktoren. Besonders für freiwillig Engagierte gilt: Sie sollen nicht als Lückenbüßer für fehlende hauptamtliche Ressourcen eingesetzt werden, sondern ihr Engagement soll nachhaltig, motivierend und gesund gestaltet werden. Coaching unterstützt dabei, eine gute Balance zwischen Engagement und persönlichem Leben zu finden, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und Überforderung vorzubeugen. Resilienz Fragen gelten natürlich nicht nur für freiwillige Engagiert, sondern auch für Hauptamtliche in multiprofessionellen Teams.

Schließlich lädt das Angebot dazu ein, den persönlichen und gemeinschaftlichen Gewinn bewusst in den Blick zu nehmen. Die Reflexion über Erfahrungen, Motivation und Wirkung stärkt nicht nur die Einzelnen, sondern auch die Zusammenarbeit im Pastoralen Raum. Coaching und Supervision sind damit keine Angebote für den Ausnahmefall, sondern wertvolle Begleiter für einen gelingenden Start und eine nachhaltige Entwicklung.

Aktuell gibt es fünf Pastorale Räume, in denen mit einem gemischten Tandem aus Supervision und kirchlicher Organisationsberatung Leitungsteams bei ihren ersten Schritten in der neuen Aufgabe begleiten. Übrigens gilt das Coachingangebot auch für Pfarreien, die ohne leitenden Pfarrer vor Ort ein Beauftragtenteam bilden und so gemeinsam als freiwillig Engagierte und

Hauptberufliche die Pfarrei leiten – in Zusammenarbeit mit einem moderierenden Priester. Vier Pfarreien, die durch ein Beauftragtenteam geleitet werden, machen aktuell von dem Coaching-Angebot Gebrauch.

Noch stehen alle Leitungsteams in den Pastoralen Räumen am Anfang ihrer neuen Aufgabe. In einer digitalen Sprechstunde zum Coachingangebot versicherten eine freiwillig Engagierte, zwei Verwaltungsleitungen und eine hauptberufliche Seelsorgerin, dass sie noch in der Findungsphase seien, und das Coachingangebot vermutlich in einer späteren Phase ihrer Teamentwicklung in Anspruch nehmen werden. Jetzt seien sie motiviert unterwegs und seien dabei, ihre neuen Aufgaben zu sortieren und sich zu organisieren.

Ein Leitungsteam ist mit einem speziellen Themenwunsch ins Coaching gegangen: Vernetzung im Sozialraum. Alle übrigen, in denen das Coachingangebot „Türöffner“ gerade begonnen hat, beschäftigen sich mit ihren neuen Rollen und Aufgaben, und wie sie diese im Zueinander von Haupt- und Ehrenamtlichen organisieren können.

In den vergangenen Monaten haben neben dem Coaching-Angebot unter anderem auch Teamtage und Sprechstunden zu unterschiedlichen Themen stattgefunden, sagt Thorsten Löhring vom Fachbereich Kirche im Pastoralen Raum. Zudem gibt es ab dem kommenden Herbst Konferenzen der Leitungsteams auf Kreisdekanatsebene.

Im Austausch gelte es hinzuhören, betont Löhring, ob und welchen weiteren Unterstützungsbedarf es gibt, um künftig weitere Angebote zu entwickeln: „Uns ist wichtig, dass die Leitungsteams die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um ihre Aufgaben jetzt und zukünftig gut zu bewältigen.“

Bei Interesse am Coachingangebot:

Bei Fragen zur Leitung im Pastoralen Raum:

Texte: Gudrun Niewöhner