Umweltschutz

Die Fachstelle Umweltschutz ist Ansprechpartnerin für alle Fragen des Natur- und Umweltschutzes. Dabei verfolgt sie die Entwicklungen in diesen Bereichen, vermittelt die Informationen und gibt Stellungnahmen zu gezielten Fragestellungen ab. Zudem ist diese Fachstelle federführend beteiligt an der Erarbeitung von Umweltzielen des Bistums sowie an deren Umsetzung.

Sie berät und unterstützt die Pfarrgemeinden (insbesondere die entsprechenden Sachausschüsse), die kirchlichen Einrichtungen, die diözesanen Gremien und katholischen Verbände in praktischen Fragen des Umweltschutzes. Den Bildungseinrichtungen ist sie behilflich bei der Erstellung des Bildungsprogramms durch Hinweise auf aktuelle Themen und geeignete Referenten. Die Koordination und Unterstützung der Arbeit von Umweltfachleuten im Bistum und ehrenamtlich Mitarbeitenden ist ein weiterer Aufgabenbereich der Fachstelle Umweltschutz.

Handlungsfelder der Fachstelle Umweltschutz

Pastoral/Bildung

Neben den konkreten Tätigkeitsfeldern wie Umwelt- und Energiemanagement, Natur- und Artenschutz oder nachhaltiges Bauen gehört auch die pastorale Arbeit wesentlich zu den Aufgaben kirchlicher Umweltarbeit: Denn das Christentum ist keine Naturreligion. Primär ist es an der Heilsgeschichte mit Gott orientiert. „Daher bedarf es einer pastoraltheologischen und sozialethischen Reflexion, um die Zusammenhänge zwischen dem kirchlichen Verkündigungsauftrag einerseits und ökologischem Handeln andererseits zu verdeutlichen.“ (aus: Handel für die Zukunft der Schöpfung, hrsg.: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, 1998, Bonn)

Für die Fachstelle Umweltschutz bedeutet das konkret:

  •     Ökologische Fragen werden ethisch / theologisch reflektiert und argumentiert.
  •     Die ökumenische Schöpfungszeit, die jährlich mit dem Tag der Schöpfung am 1. September beginnt und am 4. Oktober am Gedenktag des hl. Franziskus endet, wird unterstützt.
  •     Unterstützung des ökumenischen Pilgerweges​​​​​​​ „Geht doch“ für Klimagerechtigkeit.
     

Klimawandel/Erderwärmung

Schon jetzt werden die Auswirkungen der globalen Erderwärmung deutlich spürbar. Deshalb stellen die Deutschen Bischöfe in ihrem Expertentext zum Klimawandel fest, dass der Klimawandel „gegenwärtig die wohl umfassendste Gefährdung der Lebensgrundlagen der heutigen und der kommenden Generationen sowie der außermenschlichen Natur“ darstellt. (aus: Der Klimawandel, hrsg. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, September 2006, Bonn) Damit wird deutlich, dass im Bistum Münster der Klimaschutz zu einer unaufschiebbaren Aufgabe geworden ist.

Die Fachstelle Umweltschutz setzt sich dafür ein, klimafreundliches Handeln anzuregen, zu fördern und zu unterstützen.

Die Handlungsfelder erstrecken sich dabei über klimafreundliches und faires Einkaufen und Beschaffen, klimafreundliche Mobilität, nachhaltiges Investment, energieeffizientes Bauen und Renovieren – aber auch Bildung, Verkündigung und Feste feiern. Für unser konkretes Handeln sind uns folgende Schritte wichtig:

  •     Maßhalten und Vermeiden geht vor
  •     Effizienzsteigerung und Nutzung von regenerativen Energien vor
  •     Kompensation

So sind im Bischöflichen Generalvikariat beispielsweise Telefonkonferenzen zur gängigen Tagungspraxis geworden, der Einsatz von Diensträdern ist vorangebracht worden. Auch ersetzen ein mit Wasserstoff angetriebenes Fahrzeug und Elektrofahrzeuge einen Teil der Dienstwagenflotte.

Da, wo es sich ergibt, kooperieren wir mit dem kirchlichen Kompensationsfond „Klimakollekte“.

Das engagierte Handeln für einen zukunftsfähigen Klimaschutz macht auch deutlich, wie eng verzahnt dieser mit Fragen der globalen Gerechtigkeit ist. Deshalb arbeitet die Fachstelle Umweltschutz in unterschiedlichen Fragestellungen eng mit den katholische Hilfswerken wie z.B. Misereor und Adveniat und der Fachstelle Weltkirche im Bistum zusammen.
 

Energie

Eine ganz zentrale Rolle im Umweltschutz spielt der Umgang mit Energie. Genug Energie zu haben, ist der Schlüssel für unseren Wohlstand.

Allerdings führt uns unser derzeitiges Wohlstandsmodell an die Grenzen der ökologischen Belastbarkeit. Die globale Erderwärmung, das nicht gelöste Problem der Endlagerung von radioaktivem Abfall, die Verknappung von Ressourcen beeinträchtigen nicht nur heute schon das Leben der Menschen, sondern auch das der zukünftigen Generationen.

Das Bistum Münster tritt seit langem für eine gerechte und umweltverträgliche Energieversorgung ein: „Das Bistum Münster soll sich zur Bewahrung der Schöpfung für natürliche Energiegewinnung (Wind- und Wasserkraft, Sonne u.a.) einsetzen und sie unterstützen, damit wir von ´gefährlicher` Energiegewinnung wegkommen.“ (Diözesanforum Münster, Mit einer Hoffnung unterwegs, K 11, 1998) So wurde der St. Paulus-Dom bei seiner jüngsten Außen- und Innensanierung mit stromsparenden LED-Lampen ausgestattet und die Heizung auf Erdwärme umgestellt, was etwa 56 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr spart. 

Das Bischöfliche Generalvikariat erfasst seit einigen Jahren im Rahmen seines Umweltmanagements kontinuierlich die Verbrauchsdaten für Strom und Heizung, mit dem Ziel, kontinuierlich den Verbrauch zu senken. Das Thema „Ökostrom“ wird im Bischöflichen Generalvikariat großgeschrieben. Für alle Dienstgebäude wird das Ökostromprodukt  „Münster: natürlich“ der münsterischen Stadtwerke bezogen. Über die WGKD – Die Einkaufsplattform der Kirchen – können alle kirchlichen Mitarbeitenden und deren Angehörige zertifizierten Ökostrom beziehen.

Material:

  •     Empfehlungen zur Energiewende. Ein Diskussionsbeitrag / hrsg. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2014
  •     Beheizen und Temperieren von Kirchen – Von Energieeffizienz, Erhaltung des Kulturerbes und Nutzerakzeptanz / hrsg. Initiative Energie & Kirche, c/o prisma consult GmbH, Kölner Str. 80/82, 45481 Mülheim an der Ruhr, 7/2017
  •     Energiesparen in Kirchengemeinden – Ein praktischer Leitfaden / hrsg. EnergieAgentur NRW, Christian Dahm, 2010, München
     

Mobilität

Mobil sein – beweglich sein ist ein Grundzug unseres gegenwärtigen Lebens. Er gehört zu unserem Dasein dazu. Seit der Erfindung der Eisenbahn und später des Autos hat die individuelle Mobilität und das Transportwesen einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung genommen.

Höher – schneller – weiter sind zur umfassenden Lebensmaxime des modernen Menschen geworden.

Doch mehr und mehr stößt auch diese Entwicklung an ihre Grenzen: Staus in den Innenstädten und auf den Autobahnen, gesundheitliche Belastungen durch Feinstaub in unseren Städten und Chaos im Bahn- und Flugverkehr sind die sichtbaren Zeichen. 

Verantwortliche, zukunftsweisende Mobilität muss so gestaltet sein, die einerseits das Mobilitätsbedürfnis unserer Gesellschaft gerecht wird und andererseits die ökologischen Belastbarkeiten ernst nimmt.

Mit unterschiedlichen Maßnahmen reagiert das Bistum Münster auf diese Herausforderung:

  •     So ist das Bischöfliche Generalvikariat (BGV) Mitglied beim Stadtteilauto, einem Carsharingunternehmen in Münster, im Münsterland, Hamm und Soest
  •     Das BGV fördert das Jobticket.
  •     Durch einen günstigen Rahmenvertrag können Mitarbeitende vergünstigt neue Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes erwerben.
  •     Telefonkonferenzen werden mehr und mehr zum Konferenzstandard. Neben vielen Anbietern gibt es auch solche, die teilweise kostenfrei sind und zusätzliche Umweltleistungen erbringen.

Einkauf und Beschaffung

„Wir können mit wenig Aufwand einen großen Beitrag leisten. Tag für Tag sind wir in Pfarreien, Institutionen und Bildungseinrichtungen mit Fragen nach der Nachhaltigkeit konfrontiert. Und wir können uns bewusst so entscheiden, dass wir rücksichtsvoll und ressourcenschonend mit der Umwelt umgehen“ – so der Appell unseres Bischofs Felix zum Auftakt der Kampagne „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“

Er verstärkt damit zugleich einen Grundsatz wie er in den nordrhein-westfälischen Vergaberichtlinien für Lieferungen und Dienstleistungen unseres Bistums formuliert ist: „Umweltfreundliche bzw. umweltverträgliche Eigenschaften der Produkte sind bei allen Vergaben zu berücksichtigen.“ So ist es beispielsweise selbstverständlich, dass im Bischöflichen Generalvikariat ökofaire Tagungsgetränke serviert werden, Kopien und Drucke auf Recyclingpapier gefertigt werden und Druckerzeugnisse „klimaneutral“ sind.

Erhalt der biologischen Vielfalt

Inzwischen ist es offenkundig – ausgelöst durch das Insektensterben –, dass unsere biologische Vielfalt gefährdet ist.

Der Verlust der biologischen Vielfalt und die mit dem Klimawandel einhergehende Erderwärmung überschreiten deutlich unsere planetarischen Grenzen. Das hat bedeutende Auswirkungen auf das Leben zukünftiger Generationen. Papst Franziskus beklagt in seiner Enzyklika „Laudato si“ das Aussterben der Arten: „Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln.“ (LS 33)

Im Bistum Münster gibt es die unterschiedlichsten Initiativen, Kooperationen und Aktionen, die sich mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt beschäftigen. Das fängt an beim Anlegen einer Blühwiese auf Kirchenland, der ökologischen Aufwertung eines Klostergartens, der Auseinandersetzung um die ökologische Aufwertung von Kirchenland, dem Ausloten aktiver Beteiligung an der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Aber auch die Fragen „Wie können Friedhöfe zu Orten der biologischen Vielfalt werden?“ und „Wie erreichen wir Kinder und Jugendliche in der Kommunion- und Firmvorbereitung?“
beschäftigen uns.

Auf der Plattform „Handeln für die Schöpfung“ kooperiert das Bistum Münster eng mit der Naturschutzakademie des Landes Nordrhein-Westfalen und den nordrhein-westfälischen Bistümern und Landeskirchen, um ein vielfältiges Engagement in Sachen Naturschutz zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es auch beim "Institut für theologische Zoologie" in Münster.
 

Hausanschrift:
Domplatz 27
48143 Münster

Ansprechpartnerinnen

Maria Kleingräber

Leiterin der Fachstelle Umweltschutz

0251 495-17060

kleingraeber@bistum-muenster.de

Ursula Vrede

Sekretärin

0251 495-17202

vrede@bistum-muenster.de