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Weltweiter Synodaler Weg

Hier können Sie Rückmeldungen geben!

Papst Franziskus hat die katholische Kirche auf der ganzen Welt eingeladen, einen „Synodalen Weg“ zu gehen (hier gibt es weitere Informationen zum weltweiten Synodalen Weg). Auf diesem Weg soll zweierlei geschehen: 
1.    eine realistische Bestandsaufnahme, wo die Kirche heute steht, 
2.    eine gemeinsame Überlegung, wie sie sich in Zukunft entwickeln soll. 

Dem Papst ist sehr wichtig, dass überall die Basis zu Wort kommt. Deshalb ist der erste Schritt des Synodalen Weges, in den Bistümern ein offenes Gespräch zu führen, an dem sich möglichst viele beteiligen: Wie sehen wir die Kirche? Welche positiven und negativen Erfahrungen haben wir? Welche Erwartungen und Hoffnungen? 

Das Bistum Münster hat den Beginn des gemeinsamen Weges mit einem Pontifikalamt am 17. Oktober um 10 Uhr im Paulusdom gefeiert. Unser Bischof hat bei seiner Einladung erklärt: „Ich plädiere für eine synodale Kirche und möchte daran mitarbeiten!“

Wir wollen im Bistum Münster das Gespräch über die kritischen Punkte und die wegweisenden Ansätze mit möglichst vielen gemeinsam gehen. Deshalb stehen auf der Website die zehn Fragen, die das römische Vorbereitungsdokument stellt. Alle sind herzlich eingeladen, diese Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Sie werden sorgfältig ausgewertet. Sie bilden die Grundlage für die Antwort, die der Bischof zusammen mit dem Diözesanrat für unsere Diözese nach Rom schicken wird. 

Es ist wichtig, dass die Stimme aus unserem Bistum sehr deutlich wird – so wie wir gespannt auf das weltweite Echo sind. Zum Synodalen Weg gehört es, aufeinander zu hören, füreinander einzustehen und miteinander die Zukunft zu gestalten. 

Bereits seit 2019 gibt es einen „Synodalen Weg“, den die katholische in Kirche in Deutschland geht, eingeladen von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee deutscher Katholiken (ZdK). Dieser Weg ist von der neuen römischen Einladung zu unterscheiden. Es gibt aber keine Konkurrenz. Je besser der Reformprozess in Deutschland vorangeht, desto besser können auch die Stimmen aus Deutschland in der Gesamtkirche gehört werden; und je intensiver die zehn Fragen beantwortet werden, desto mehr Impulse können auch von der katholischen Kirche in Deutschland ausgehen.

Ihre Rückmeldungen

Im Rahmen des weltweiten Synodalen Wegs soll jede und jeder die Möglichkeit haben, sich mit der eigenen Perspektive zu zehn Themenfeldern einzubringen. Sie finden die Beschreibungen der Themenfelder und die Fragen, die die Verantwortlichen des weltweiten synodalen Wegs hieraus abgeleitet haben, auf dieser Seite. Sie sind herzlich eingeladen, uns bis Ende 2021 Ihre Anregungen zu diesen Themenfeldern zu geben. Sie müssen dabei nicht zu jedem Thema etwas schreiben, können das aber natürlich gerne. Daher steht hinter jedem Themenfeld „optional“.

Alle Rückmeldungen  werden im Bistum Münster von einer Arbeitsgruppe gesammelt, ausgewertet und – so lautet die Vorgabe – auf maximal zehn Seiten zusammengefasst. Der Arbeitsgruppe gehören an: Susanne Deusch (Diözesanrat), Helmut Flötotto  (Diözesancaritasverband), Stephanie Krahnenfeld (Kanzlei), Schwester Anne Kurz (Ordensrat), Mechtihld Pille (Frauenkommission), Prof. Dr. Thomas Söding (Ruhr-Universität Bochum) und Kerstin Stegemann (Diözesankomitee).

Die Arbeitsgruppe hat die Fragen in eine hoffentlich verständlichere Form gebracht. Diese finden Sie bei jedem Themenfeld zu Beginn der Frage-Liste. Im Anschluss sehen Sie die Fragen aus dem vatikanischen Original-Dokument. Sie haben die Möglichkeit, bis zum 15. Januar 2022 zu antworten.

Die Arbeitsgruppe wird ihre Zusammenfassung im Februar 2022 im Diözesanrat zur Abstimmung vorstellen. Die abgestimmte Fassung geht dann an die Deutsche Bischofskonferenz. Zudem werden wir sie hier veröffentlichen. Die Bischofskonferenz ihrerseits wird die Rückmeldungen aus allen deutschen Bistümern zusammenfassen und an die Bischofssynode nach Rom weitergeben. Dort wird auf Grundlage der aus der gesamten Welt eingehenden Rückmeldungen ein sogenanntes Arbeitsdokument erstellt werden. Dieses dient als Vorlage für die Generalversammlung der Bischofssynode, die zum Abschluss des weltweiten synodalen Wegs im Oktober 2023 in Rom stattfinden wird. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Rückmeldungen.

Am Ende der Umfrage bitten wir Sie, uns Ihren Namen und Ihren Wohnort zu nennen; optional können Sie auch Ihre E-Mail-Adresse angehen. Dann können wir Ihnen eine kurze Rückmeldung zu Ihren Antworten geben.

Warum brauchen wir diese Angaben und was geschieht mit ihnen?
Generell finden Sie hierzu Hinweise in der Datenschutz-Erklärung auf unserer Seite. Um den Wohnort bitten wir Sie – auch, wenn uns klar ist, dass hier auch falsche Angaben gemacht werden können – um zu schauen, ob es ein Beitrag aus unserem Bistum ist. Die Namensnennung erscheint uns notwendig, weil wir denken, dass anonyme Rückmeldungen nicht sinnvoll wären
Die Angaben hierzu sind nur den Mitgliedern der Arbeitsgruppe bekannt. Sie werden vertraulich behandelt und nicht für irgendwelche sonstigen Zwecke verwendet.
 

Die Fragen des Papstes

Rückmeldeformular Weltsynode

Neu aufbrechen - Wer geht voran auf dem Weg der Kirche, der in die Zukunft führt? Wer bremst? Wer wird vermisst, wer ausgegrenzt? (Originalfrage aus Rom: In der Kirche und in der Gesellschaft gehen wir Seite an Seite auf der gleichen Straße. Wer sind in Ihrer Teilkirche diejenigen, die „gemeinsam gehen“? Wenn gesagt wird „unsere Kirche” – wer gehört dazu? Wer bittet darum, gemeinsam zu gehen? Wer sind die Reisegefährten, auch außerhalb des kirchlichen Sprengels? Welche Personen oder Gruppen werden absichtlich oder tatsächlich außen vorgelassen?)

Aufmerksam zuhören - Auf wessen Wort hören wir, wenn wir uns in der Kirche auf den Weg machen? Wen überhören wir? Auf wen sollten wir besonders achten? (Originalfrage aus Rom: Das Zuhören ist der erste Schritt. Es erfordert aber, ohne Vorurteile, offenen Geistes und Herzens zu sein. Wem gegenüber hat Ihre Teilkirche eine „Bringschuld des Zuhörens“? Wie wird den Laien, besonders den Jugendlichen und den Frauen, zugehört? Wie wird der Beitrag der gottgeweihten Frauen und Männer integriert? Welchen Raum hat die Stimme der Minderheiten, der Ausgestoßenen und der Ausgeschlossenen? Gelingt es, Vorurteile und Stereotypen zu identifizieren, die das Zuhören behindern? Wie wird auf den sozialen und kulturellen Kontext gehört, in dem Sie leben?)

Offen reden - Wer redet eher zu viel, wer eher zu wenig in unserer Kirche? Wer redet so, dass unser Glaube zur Sprache kommt? Wer wird zum Schweigen gebracht? Was sind Tabu-Themen? (Originalfrage aus Rom: Alle sind eingeladen, mit Mut und Freimut [Parrhesie] zu sprechen, d.h. Freiheit, Wahrheit und Liebe zu integrieren. Wie wird innerhalb der Gemeinschaft und ihrer Organe ein freier und authentischer kommunikativer Stil gefördert, ohne Doppeldeutigkeit und Opportunismus? Wie sieht es im Hinblick auf die Gesellschaft aus, deren Teil wir sind? Wann und wie gelingt es, das zu sagen, was Ihnen am Herzen liegt? Wie funktioniert die Beziehung zu den Medien (nicht nur der katholischen)? Wer spricht im Namen der christlichen Gemeinschaft, und wie wird er oder sie ausgewählt?)

Gemeinsam feiern - Welchen Stellenwert hat die Feier der Eucharistie für unseren Glauben? Welche anderen Gottesdienstformen begeistern uns? Wie verbinden wir Gebet und Leben? (Originalfrage aus Rom: Ein „gemeinsames Gehen” ist nur möglich, wenn es im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes und in der Feier der Eucharistie gründet. Auf welche Weise inspirieren und orientieren tatsächlich das Gebet und die Feier der Liturgie das „gemeinsame Gehen“? Wie werden Ihre wichtigsten Entscheidungen inspiriert? Wie werden die aktive Teilnahme aller Gläubigen an der Liturgie und am Heiligungsdienst gefördert? Welcher Platz wird der Ausübung des Lektoren- und Akolythen-Dienstes eingeräumt?)

Mutig Zeugnis geben - Wer sind für uns Menschen, deren Glaube überzeugt? An welchen Stellen bringen wir uns persönlich ein? Spüren wir, dass wir eine Aufgabe in der Kirche haben, die uns persönlich anvertraut ist? Wo werden wir behindert, wo gefördert? Wo spricht der Glaube in den Taten? (Originalfrage aus Rom: Die Synodalität steht im Dienst der Sendung der Kirche, an der teilzuhaben alle Glieder berufen sind. Alle sind missionarische Jünger. Auf welche Weise wird jeder Getaufte aufgerufen, Protagonist der Sendung zu sein? Wie unterstützt die Gemeinschaft die eigenen Mitglieder, die in einem Dienst in der Gesellschaft engagiert sind (sozialer und politischer Einsatz, Tätigkeit in der wissenschaftlichen Forschung und in der Lehre, in der Förderung der sozialen Gerechtigkeit, im Schutz der Menschenrechte und der Pflege des gemeinsamen Hauses, usw.)? Wie hilft sie ihnen, diesen Einsatz in einer missionarischen Perspektive zu leben? Wie erfolgt die Unterscheidung im Hinblick auf die Sendung und wer an ihr teilnimmt? Wie wurden die verschiedenen Traditionen im Hinblick auf den synodalen Stil bezüglich eines wirksamen christlichen Zeugnisses integriert und angepasst, die den Reichtum verschiedener Kirchen, besonders der orientalischen darstellen? Wie funktioniert die Zusammenarbeit in den Gebieten, in denen verschiedene Kirchen sui iuris zu finden sind?)

Fair streiten - Dialog führen - Mit wem suchen wir den Dialog? Wen sollten wir näher kennenlernen und in unsere Gespräche einbeziehen? Lernen wir von Menschen und Gruppen, die „anders“ und „fremd“ sind? Wie gehen wir in der Kirche mit Konflikten um? Wie nehmen wir Entwicklungen in der Gesellschaft wahr? Wie weit öffnen wir uns für Neuerungen? (Originalfrage aus Rom: Der Dialog ist ein Weg der Beständigkeit, der auch Schweigen und Leiden umfasst, aber in der Lage ist, die Erfahrungen der Menschen und der Völker aufzugreifen. Welches sind die Orte und die Modalitäten des Dialoges im Inneren unserer Teilkirche? Wie wird mit den unterschiedlichen Sichtweisen, mit Konflikten und Schwierigkeiten umgegangen? Wie wird die Zusammenarbeit mit den benachbarten Diözesen, mit und unter den religiösen Gemeinschaften, die im Territorium präsent sind, mit und unter den Vereinigungen und Laienbewegungen, usw. gefördert? Welche Erfahrungen des Dialogs und des gemeinsamen Bemühens mit Gläubigen anderer Religionen oder mit Nichtgläubigen können weitergeführt werden? Wie tritt die Kirche mit anderen Instanzen der Gesellschaft in Dialog und lernt von ihnen: der Welt der Politik, der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft, der Armen ...?)

Ökumenisch wachsen - Was können wir von unseren Glaubensgeschwistern für den Weg der Kirche lernen? Wie sind wir miteinander verbunden? Wie können wir die Gemeinschaft vertiefen? (Originalfrage aus Rom: Der Dialog unter Christen verschiedener Konfessionen, vereint in der einen Taufe, hat im synodalen Weg einen besonderen Rang. Welche Beziehungen werden mit den Schwestern und Brüdern der anderen christlichen Konfessionen unterhalten? Welche Bereiche sind umfasst? Welche Früchte sind durch dieses „gemeinsame Gehen“ gereift? Welche Schwierigkeiten sind entstanden?)

Intensiv teilhaben - Welche Formen einer breiten Beteiligung engagierter Gläubiger gibt es in unserer Kirche? Welche sollte es geben? Welche Erfahrungen haben wir? Wie und von wem sollte Leitung wahrgenommen und beauftragt werden? (Originalfrage aus Rom: Eine synodale Kirche ist eine Kirche der Teilhabe und der Mitverantwortung. Wie werden die zu verfolgenden Ziele, die einzuschlagenden Wege und die zu erfolgenden Schritte festgelegt? Wie wird innerhalb unserer Teilkirche die Autorität ausgeübt? Wie sieht die Praxis der Teamarbeit und der Mitverantwortung aus? Wie werden die laikalen Dienste und die Übernahme von Verantwortung durch die Gläubigen gefördert? Wie funktionieren die synodalen Organismen auf Ebene der Teilkirche? Stellen sie eine fruchtbare Erfahrung dar?)

Richtig entscheiden - Wie werden die Gläubigen an Beratungen beteiligt, die für die Zukunft der Kirche wichtig sind? Und wie an Entscheidungen? (Originalfrage aus Rom: In einem synodalen Stil wird durch Unterscheidung auf der Basis eines Konsenses entschieden, der aus dem gemeinsamen Gehorsam gegenüber dem Geist hervorgeht. Durch welche Prozeduren und mit welchen Methoden wird unterschieden und wo werden Entscheidungen getroffen? Wie kann das verbessert werden? Wie wird die Teilnahme an Entscheidungen innerhalb hierarchisch strukturierter Gemeinschaften gefördert? Wie wird die Phase der Konsultation mit derjenigen der Entscheidung verbunden, den Prozess des decision-making mit dem Moment des decision-taking? Auf welche Art und Weise und durch welche Mittel werden Transparenz und Rechenschaft gefördert?)

Weiter lernen - Wie können wir gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft entdecken, was uns am Glauben wichtig ist? Was kann uns helfen, um uns weiter zu befähigen und einzubringen? (Originalfrage aus Rom: Die Spiritualität des „gemeinsamen Gehens“ ist dazu berufen, Bildungsprinzip der menschlichen und christlichen Person, der Familien und der Gemeinschaften, zu werden. Wie werden die Menschen ausgebildet, besonders diejenigen, die innerhalb der christlichen Gemeinschaft verantwortliche Stellen einnehmen, um sie zu befähigen, „gemeinsam zu gehen“, sich gegenseitig zuzuhören und miteinander in Dialog zu treten? Welche Ausbildung wird im Hinblick auf die Unterscheidung und die Ausübung der Autorität angeboten? Welche Instrumente helfen, die Dynamiken der Kultur, in die Sie hineingestellt sind, und ihre Auswirkung auf den Stil als Kirche zu verstehen?)

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