
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vernetzungstreffen.
© Bistum Münster/Carolin Fränzer„Die Sehnsucht nach einer verbindlichen, gelebten Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg ist groß und wichtiger denn je“, betonte Dr. Aurica Jax (Bistum Münster) zu Beginn. Dr. Albrecht Philipps (Landeskirchenrat, EKvW) verwies zugleich auf bestehende Hürden: „Es gibt immer noch Hindernisse auf dem Weg zu einer verbindlichen Ökumene.“ Mut machte er mit dem Bild: „Steine, die uns in den Weg gelegt werden, können wir auch nutzen, um ein gemeinsames Gebäude zu bauen oder einen Weg zu pflastern.“
Den theologischen Impuls setzte Prof.in Dr. Dr. h.c. Dorothea Sattler (Universität Münster) mit ihrem Vortrag „Gemeinsam hinzutreten an den Tisch des Herrn? Ökumenische Perspektiven“. Sattler betonte, dass Vielfalt in der Ökumene Bereicherung bedeute und nicht Beliebigkeit. Eucharistische Gemeinschaft sei mehr als ein theologisches Lehrstück: Es gehe um Erleben und Deutung, um Erfahrung als Quelle der Erkenntnis, um gemeinsame Sendung in die Welt und um diakonische Konsequenzen, wie beispielsweise symbolisiert in der Fußwaschung.
Praxisbeispiele aus Nienberge, Oelde und Orsoy zeigten anschaulich, wo und wie Kooperation auf Basis verbindlicher Vereinbarungen bereits gelingt – von gemeinsamen Gottesdiensten über gemeinsame Verantwortung für einzelne Immobilien bis hin zu einer ökumenisch genutzten Kirche. In Workshops vertieften die Teilnehmenden Themen wie den Praxisleitfaden „Und wenn wir alle zusammenziehen?“, ökumenisch sensible Gottesdienstfeiern sowie gelebte Ökumene in der Mahlpraxis.
Zum Abschluss verwies Markus Schaefer (EKiR) auf die neue Internet-Plattform Ökumenisch kooperative Orte. Sie soll den Austausch untereinander ermöglichen und bestehende Projekte sichtbar machen. Viele Teilnehmende äußerten den Wunsch, über den Tag hinaus verbunden zu bleiben und die Erfahrungen einer verbindlichen Ökumene weiter zu verbreiten.
Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel Praxisleitfaden gibt Tipps für ökumenische Nutzung von Immobilien und auf der Homepage Evangelische Kirche in Deutschland .
Anke Lucht
