- Der Pastorale Raum ist ein Verwirklichungsraum des Evangeliums unter in Zukunft deutlich veränderten gesellschaftlich-kirchlichen Rahmenbedingungen. Das Evangelium trifft auf die existenziellen Fragen der Menschen von heute und umgekehrt. So verwirklicht es sich in der Gegenwart auf vielfältige Weise. Im Pastoralen Raum zeigt sich besonders: Kirche ist Vielfalt, Christsein ist Vielfalt.
- Der Pastorale Raum ist ein Sendungsraum. Die Seelsorge in den Grunddiensten der Kirche hat alle Menschen des Sozialraums mit ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst (Gaudium et spes 1) im Blick. Darin verwirklicht sich der Grundauftrag der Kirche, die Gesellschaft im Sinne des Evangeliums mitzugestalten. Dabei wird besonders „eine qualitativ stärkere Vernetzung von Caritas und Pastoral in allen Bereichen des kirchlichen Lebens“ im Sinne des Pastoralplans für das Bistum Münster angestrebt.
- Der Pastorale Raum ist ein Kooperationsraum. Das handlungsleitende Prinzip von Kooperation ist die Subsidiarität. Ziel ist, eine gelingende Zusammenarbeit in unterschiedlichen Zuständigkeiten für pastorale Felder auf lokaler und regionaler Ebene zu gewährleisten. Die Verantwortung für die Entwicklung der Pastoral liegt vor Ort. Der Pastorale Raum sorgt für verbindliche, am Evangelium orientierte, menschenfreundliche Rahmenbedingungen von Seelsorge.
- Der Pastorale Raum ist ein Engagementraum, in dem das Pastoralteam eingesetzt wird. Er wird von einem Team unter der Beteiligung von freiwillig Engagierten geleitet. In diesem Rahmen sind vielfältige Formen von Leitung, Engagement und Delegation möglich. Der Pastorale Raum bindet Engagierte an verschiedenen pastoralen Orten, Einrichtungen und pastoralen Feldern sowie kommunale und andere nicht-kirchliche Akteure mit ein.
- Der Pastorale Raum ist ein Möglichkeitsraum für zukunftsfähige Formen des Kirche-Seins, in dem das Evangelium auf unterschiedliche Weise gelebt wird. Der Pastorale Raum wird von den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen gedacht. Dabei gilt es, die verschiedenen Lebenswirklichkeiten im Blick zu haben. Verschiedene Formen des Kirche-Seins sind nebeneinander möglich: bewährt und innovativ, zeitlich befristet und dauerhaft, territorial und personal.
Fünf Merkmale des Pastoralen Raumes, die zugleich seine Aufgaben beschreiben
Die Koordinatorinnen und Koordinatoren unterstützen die Koordinierungsteams in den einzelnen Pastoralen Räumen. Diese Teams haben vor allem die Aufgabe, einen guten Informationsfluss im jeweiligen Pastoralen Raum sicherzustellen, die Zusammenarbeit und erste gemeinsame Aktivitäten auf Ebene des Pastoralen Raums zu begleiten und zu überlegen, wie das Leitungsteam ab Anfang 2026 innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen gebildet werden kann.
Arbeitsauftrag der Koordinatorinnen und Koordinatoren
1. Ausgangslage:
Koordinator:innen sind
- mindestens einem Pastoralen Raum zugeordnet.
- explizit zuarbeitend, nicht leitend eingesetzt, d. h. sie haben keine Entscheidungsmacht.
- für die Startphase von zwei Jahren bis zum 31.12.2025 beauftragt.
- Daniel Gewand als Fachvorgesetzten zugeordnet.
Die Aufgaben der Koordinator:innen werden entlang der Aufgaben des Koordinierungsteams beschrieben. Grundlegende Aufgabe ist es, dieses Team zur Arbeit zu befähigen und zu unterstützen.
In den Pastoralen Räumen, in denen noch kein Koordinierungsteam existiert, ist im 1. Halbjahr 2024 von den Koordinator:innen die Bildung des Teams zu initiieren. Dort, wo bereits Teams vorhanden sind, ist die Zusammensetzung und die Arbeitsweise mit den Vorgaben der Prozessteuerung abzugleichen und ggf. anzupassen. Die Vorgaben zum Koordinierungsteam sind durch den Diözesanrat beschlossen und durch den Bischof in Kraft gesetzt.
2. Die Aufgaben des Koordinierungsteams sind zusammengefasst, wie folgt, beschrieben:
- Informationsfluss auf den verschiedenen Ebenen initiieren und gestalten
- Startphase strukturieren und steuern (Prozessverantwortung), d.h. z. B.
- Kooperationen und Aktivitäten auf Ebene des Pastoralen Raumes koordinieren
- Verbindlichkeit herstellen, indem gemeinsame Vereinbarungen getroffen werden
- pastorale Entwicklungsfelder lokalisieren und erste exemplarische Handlungsschritte vereinbaren und beginnen (exemplarische Arbeit mit dem Orientierungsrahmen)
- Vorbereitung der Konstituierung des Leitungsteams für den Pastoralen Raum in den vorgegebenen Rahmenbedingungen der Prozesssteuerung
3. Daraus folgen als Aufgabe für die Koordinator:innen:
Koordinator:innen erfüllen eine „Scharnierfunktion“ zwischen Prozessteuerung im Bistum Münster und dem jeweiligen Koordinierungsteam im Pastoralen Raum, indem sie Informationen und Entscheidungen rückbinden.
Dazu:
- übernehmen sie die Anwaltschaft für die Bearbeitung der Entscheidungen der Prozesssteuerung und des Koordinierungsteams im Rahmen des Strukturprozesses
- informieren sie über den aktuellen Stand des Prozesses sowohl in Richtung der Prozesssteuerung als auch in Richtung des Koordinierungsteams im Pastoralen Raum
- stellen sie Informationen für die Arbeit im Pastoralen Raum bereit
Koordinator:innen tragen Sorge für den Prozessverlauf in den Pastoralen Räumen, indem sie Prozessschritte initiieren.
Dazu:
- motivieren sie die Beteiligten in den Pastoralen Räumen zur Kooperation •
- weisen sie auf mögliche Herausforderungen oder „blinde Flecken“ hin •
- halten sie dazu an, den Prozess weiterzuverfolgen •
- stellen sie Instrumente und Materialien für die Planungen und Vereinbarungen bereit
Koordinator:innen handeln im Rahmen ihres Auftrages, indem sie an andere weiterverweisen.
Dazu:
- vermitteln sie in Konfliktfällen an die entsprechenden Beratungssysteme im Bistum Münster
- verweisen sie in strukturellen oder pastoralen Fragen an die jeweiligen Ebenen und Zuständigkeiten im Bistum
Koordinator:innen sorgen für ihre eigene Arbeitsfähigkeit, indem sie strukturiert und kollegial mitarbeiten.
Dazu:
- nehmen sie aktiv an Kollegialer Beratung teil
- führen sie ihre Dienstgespräche mit Daniel Gewand
- nehmen sie an themenbezogenen Klausurtagen teil
Der Auftrag erfolgt vorbehaltlich aller Änderungen, die durch den Bischof im Frühjahr 2024 auf Grundlage der Empfehlungen im Strukturprozess in Kraft gesetzt werden.

