Zweisamkeit neu lernen

Zum Familiensonntag 2021

Seit 1976 wird in jedem Jahr der Familiensonntag bundesweit in allen Diözesen Deutschlands begangen. Im Jahr 2015 hat der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen, den Familiensonntag auf das Fest der Heiligen Familie (Sonntag der Weihnachtsoktav) zu verlegen. Der Familiensonntag soll in Zukunft in ein Jahresthema, das ‚familienpastorale Jahresmotto‘, eingebettet werden. Diözesen, Gemeinden, Verbände und kirchliche Einrichtungen werden eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen und Initiativen zum Jahresthema einzubringen und das Jahresmotto ggf. an einem anderen Sonntag im Kirchenjahr aufzugreifen.

Anlässlich des diesjährigen Familiensonntags, der am Fest der Heiligen Familie gefeiert wird und in diesem Jahr auf den 26. Dezember fällt, hat die Deutsche Bischofskonferenz eine neue Online-Arbeitshilfe veröffentlicht. Sie steht unter dem Thema „Alter, Pflege und Sterben in der Familie“ und bietet Anregungen, um sich der letzten Phase in Ehe und Familie anzunähern.

„Ein langes Leben ist reich an Begegnungen, Erlebnissen und Geschichten. Es werden dabei viele Lebenserfahrungen gesammelt, die es gilt, an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben“, schreibt der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), in seinem Vorwort.

Thematische Zugänge behandeln unter anderem den Auftrag der Seniorenpastoral, den Welttag der Großeltern und Senioren, die Seelsorge für Angehörige von Menschen mit Demenz sowie Fragen und theologische Überlegungen rund um das Sterben. Gebete, Bibelstellen und Besinnungstexte regen dazu an, den Familiensonntag geistlich aufzugreifen.

Die Online-Arbeitshilfe bezieht sich auf das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris laetitia von Papst Franziskus aus dem Jahr 2016. Darin hat der Papst deutlich gemacht, dass auch die letzte Lebensphase eine große Bedeutung für die Ehe und die Familie hat. Der sogenannte „Herbst des Lebens“ sei geprägt vom Rückgang von Kraft und Gesundheit, von Pflege und Angewiesen-Sein. Papst Franziskus betont neben den Herausforderungen gleichzeitig Aspekte der Lebenserfahrung, Begleitung und des Dialogs der Generationen in Ehe und Familie. „Oft sind es die Großeltern, welche die Weitergabe der großen Werte an die Enkel sicherstellen, und viele Menschen können feststellen, dass sie ihre Einführung in das christliche Leben besonders den Großeltern verdanken“, schreibt Papst Franziskus in Amoris laetitia. Auch das Sterben selbst gehöre in die Mitte der Familie: „Manchmal sieht sich das Familienleben herausgefordert durch den Tod eines geliebten Menschen. Wir müssen hier das Licht des Glaubens anbieten, um die Familien zu begleiten, die in diesen Momenten leiden.“

Text: Deutsche Bischofskonferenz

Ansprechpartnerin

Eva Polednitschek-Kowallick

Ehe- und Familienseelsorge

0251 495-468

polednitschek[at]bistum-muenster.de