Kreisdechant Johannes Arntz blickt auf elf Jahre in Coesfeld zurück

, Kreisdekanat Coesfeld

Mit Respekt vor seinen neuen Aufgaben ist Johannes Arntz vor elf Jahren nach Coesfeld gekommen. Mit Dankbarkeit für diese Zeit verlässt der Kreisdechant und Dechant von St. Lamberti nun die Kreisstadt und wird in Oldenburg eine neue Gemeinde übernehmen. „Es waren elf schöne und erfüllte Jahre in einer lebendigen Stadt, für die ich dankbar bin. In Oldenburg wird mich sicherlich anfangs das Heimweh packen“, gibt er zu.

Johannes Arntz sitzt in einer Kirchenbank und lächelt in die Kamera.

Nach elf Jahren verlässt Johannes Arntz, Kreisdechant und Dechant von St. Lamberti, die Stadt Coesfeld und wechselt nach Oldenburg.

© Bistum Münster

Blickt er auf seine Jahre als Seelsorger in Coesfeld zurück, fallen ihm zahlreiche Themen ein, die ihn beschäftigt haben. „Es gab immer irgendetwas neues, was in der Vielfältigkeit der Aufgaben als Kreisdechant und als Dechant einer der ältesten Pfarreien des Bistums angelegt ist. Angefangen von der Umstrukturierung beim Caritasverband, der Renovierung der St.-Jakobikirche mit dem Einbau der neuen Orgel, die Planungen für und die Durchführung der aufwändigen Umgestaltung der St.-Lamberti-Kirche“, nennt er einige Beispiele. Gern denkt er an verschiedene Aktionen der Pfarrei zurück: „Endlich mal richtig arbeiten“ des Seelsorgeteams, das Spendendinner im Pfarrheim oder „Ich bekenne Farbe“, um Gelder für die Renovierung zu sammeln. „Aber ebenso bleiben manche Angebote bei den Kreuzwochen und natürlich der ‚Abend der Begegnung‘ beim Katholikentag in Münster 2018 in bester Erinnerung.“ Als Kreisdechant habe er die Gespräche mit Politikerinnen und Politiker vor Wahlen initiiert und sich mit Verantwortlichen der evangelischen Kirche regelmäßig zum Thema Ökumene ausgetauscht.

Sicherlich habe es auch herausfordernde Situationen gegeben, die ihm schlaflose Nächte beschert hätten. Geschätzt habe er in der Pfarrei das starke Team, das er an seiner Seite wusste. „Wir haben offen und ehrlich miteinander gesprochen und manchmal auch gerungen. Jeder und jede konnte so sein, wie er oder sie ist“, berichtet Arntz. Er habe mit tollen Menschen zusammengearbeitet, sei es in der Pfarrei, im Kreisdekanat, im Bildungsforum, beim Caritasverband oder in der Krankenhausgesellschaft. „Sie machen einen tollen Job. Es sind alles Menschen, die sich einsetzen, ihre Aufgabe sehr ernst nehmen, Ideen haben und nicht, wenn es um Arbeit geht, sich wegducken“, lobt Arntz. 

Die Pfarrei St. Willehad in Oldenburg beschäftige zehn Kirchenangestellte. „In Coesfeld und Lette waren es gut 160 Mitarbeitende“, veranschaulicht er den Unterschied. Er freue sich darauf, vor allem nur Pastor sein zu dürfen.

Sehr prägend sei die Coronazeit gewesen. „Es war ein wirklicher Einschnitt. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht. Aber es war beispielsweise eine gute Entscheidung, dass wir mit den Messdienerinnen und Messdienern wieder sofort angefangen haben, als es möglich war“, berichtet der Seelsorger und fügt hinzu: „Die allermeisten sind uns treu geblieben.“ Insgesamt habe die Pandemie tiefe Spuren in der Gemeinde hinterlassen. „Allein beim Gottesdienstbesuch. Zählten wir vor Corona eine Beteiligung von acht Prozent, sind wir zwischendurch bei zwei Prozent gelandet“, bedauert er. Ebenso sei das Thema Missbrauch zu einem drängenden Thema geworden, auch mit Blick auf Coesfeld. „Es ist in früheren Jahren sehr viel falsch gemacht worden. Es wurde nicht von den Menschen her gedacht. Ich bin dankbar, dass wir heute darüber sprechen können“, sagt der 59-Jährige. 

Seine dreimonatige Auszeit, in der er unter anderem in einem Weinberg und einem Hotel mitgearbeitet hat, habe ihm absolut gutgetan. „Das kann ich übrigens jedem empfehlen. Ich habe Erfahrungen gemacht, die nah an den Menschen sind, für die wir da sind“, ist er glücklich über diese Zeit. 

Die Pfarrei wird ihrem Dechanten am Samstag, 1. Oktober, um 16 Uhr mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im Paradies danken. Am Tag zuvor wird er sich im Abendgottesdienst um 19.30 Uhr in St. Johannes in Lette verabschieden. „Ich bitte allerdings darum, auf persönliche Geschenke zu verzichten und stattdessen für die Renovierung der St.-Lamberti-Kirche oder unsere Partnergemeinde in Tamale in Ghana zu spenden“, wünscht er sich.

Michaela Kiepe